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Im Blickfeld der Ă–ffentlichkeit

Im Blickfeld der Ă–ffentlichkeit

Stimmen zu Karl May

 

Konrad Adenauer, 1876 - 1967, Politiker (CDU), Bundeskanzler (1949-63)

Und wie leidenschaftlich gern habe er Jules Verne gelesen und sämtliche Bücher von Karl May. (seine enge Mitarbeiterin Anneliese Poppinga)

Egon Bahr 1922 - 2015, Journalist und Politiker (SPD), Bundesminister fĂĽr besondere Aufgaben (1972-74) und Bundesminister fĂĽr wirtschaftliche Zusammenarbeit (1974-76)
Heute weiß ich, dass es ein Ergebnis der Zeitumstände war, wenn ich meine Vorbilder, wechselnd in den Jahren, in Winnetou und Mozart sah.

Hermann Bahr 1863 - 1934, Schriftsteller, Kunst- und Literaturkritiker
Wer so viel Hass, Neid, Verleumdung, Wut, Liebe, Bewunderung und Streit erntet wie Karl May, verdiente es schon um dieser Kraft willen, gehört zu werden.

Peter Bamm 1897 - 1975 (eigentlich Curt Emmerich), Schriftsteller
Selbstverständlich, lieber Freund, können und sollen Sie Karl May lesen, soviel es Ihnen Spaß macht. Auf alle Fälle haben Sie dabei auf Ihrer Seite Carl Zuckmayer und Ihren
- Peter Bamm.

Kurt Beck, geb. 1949, Politiker (SPD), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (seit 1994), SPD-Vorsitzender (2006-08)
Kurt Beck hat beim bundesweiten Vorlesetag 2008 an der Grundschule Bockenheim Kindern vorgelesen. „Lasst euch nicht die Phantasie stehlen! Lest soviel ihr könnt“, appellierte Beck laut Staatskanzlei an seine 200 überwiegend jungen Zuhörer. „Lesen macht stark und klug und macht Freude.“ Er erzählte den Kindern aus seiner Jugend und outete sich als ehemaliger Karl-May-Fan, der „unglaublich gern“ gelesen habe. Die Bedeutung des Lesens sei ihm bewusst geworden, als er die erste Verfilmung eines Karl-May-Romans gesehen habe: Außer dem von Pierre Brice gespielten Winnetou habe es keine Figur mit seinen in der Fantasie entwickelten Helden aufnehmen können. „Seitdem weiß ich, dass Lesen die Fantasie fördert“, erklärte er.

Rufus Beck, geb. 1957, deutscher Theater- und Filmschauspieler, Hörbuch- und Synchronsprecher.

Auf die Frage der Münchner „tz“ nach seiner liebsten Kindheits- und Jugendlektüre, anlässlich des Literaturfestivals München 2014:

„Karl May - die Sommerferien waren für mich Karl-May-Festspiele.“

Ben Becker, geb. 1964, deutscher Schauspieler und Sänger

Manchmal werd’ ich ja gefragt, von welcher Rolle ich noch träume - was soll ich da sagen? Winnetou? Hm, wobei, der Gedanke verdient Vergötterung, um mit Schiller zu sprechen.

Louis Begley, geb. 1933, polnisch-amerikanischer Schriftsteller

Ich habe als Kind leidenschaftlich gerne Karl May gelesen - natürlich ohne zu ahnen, dass ich tatsächlich einmal nach Amerika kommen würde.

Dr. František Běhounek 1898 - 1973, tschechischer Radiologe
Es ist wirklich sehr schwer, fĂĽr eine gewisse Entwicklungsstufe des Knaben einen besseren Lesestoff zu finden als Karl May. Ich jedenfalls betrachte die Schriften Karl Mays stets noch als die besten fĂĽr die Jugend, dabei sind sie auch gleichzeitig ein fesselnder Lesestoff fĂĽr die Erwachsenen jeden Alters.

Werner Bergengruen 1892 - 1964, Schriftsteller
Karl May ist naiv zu genießen oder von einem höheren Punkte aus. Seine Gegner sind Leute, welche die Naivität verloren, jenen höheren Punkt aber nicht einzunehmen gewusst haben. Bei seinem Freunde, der ihn vom höheren Punkte aus liest, stellt sich plötzlich, ohne diesen höheren Punkt zu gefährden, eine neue Naivität ein, und die Vereinigung dieser beiden Momente macht die Beglückung des Lesers aus. Mit meinem dreizehnten Jahr hörte ich auf, Karl May zu lesen. Das war in Ordnung. Ende der Vierzig begann ich von neuem, und wenn nun meine Kinder einen neuen Band ins Haus brachten, riss ich ihn ihnen aus der Hand. Das war ebenfalls in Ordnung.

Ole von Beust, geb. 1955, Politiker (CDU), Erster BĂĽrgermeister der Freien Hansestadt Hamburg (2001-10)
Mit den Winnetou-Romanen konnte ich nicht viel anfangen, aber die Wüstenromane haben mir als kleiner Junge sehr gut gefallen. Vor allem Hadschi Halef Omar - oder wie alle echten Karl-May-Anhänger ohne Luft zu holen herunterbeten können: Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawud al Gossarah - hat mich fasziniert. Wegen seines Mutes, aber auch seiner liebenswerten Schwächen wie etwa seinem Hang zur Prahlerei.

Dr. Kurt Biedenkopf, geb. 1930, Politiker (CDU), Ministerpräsident von Sachsen (1990-2002)
Bei Karl May erinnere ich mich an den größten Verlust, der mir je widerfahren ist. Als wir 1945 über Nacht Schkopau verlassen mussten und von der Militärkommandantur nach West-Deutschland transportiert wurden, da durften wir nur einen einzigen Koffer mitnehmen. Meine gesamte Karl-May-Sammlung - etwa 30 bis 40 Bände - musste ich zurücklassen.

Alfred Biese 1856 - 1930, Literaturhistoriker
Wohl den Massen des Volkes, für die solche Kunst bestimmt ist, wenn sie in Ethos und Pathos ideal gerichtet ist und sich von Schmutz und Lüsternheit freihält! Das trifft bei Karl May zu. Er hat nicht nur eine hervorragende Erzählergabe, sondern auch Religiosität und Sinn für menschliche Größe, für menschliches Heldentum.

Bernd Bischoff, geb. 1951, Industriemanager, Chef von Fujitsu-Siemens (2004-08)
In meiner Kindheit habe ich viel Karl May gelesen, da wollte ich unbedingt wie Winnetou oder Old Shatterhand werden.

Ernst Bloch 1885 - 1977, Philosoph
Karl May ist einer der besten deutschen Erzähler, und er wäre vielleicht der beste schlechthin, wäre er eben kein armer, verwirrter Proletarier gewesen ... Karl May ist aus dem Geschlecht von Wilhelm Hauff; nur mit mehr Handlung, er schreibt keine blumigen Träume, sondern Wildträume, gleichsam reißende Märchen.
Es gibt nur Karl May und Hegel, alles dazwischen ist eine unreine Mischung.

Dr. Norbert BlĂĽm, geb. 1935, Politiker (CDU), Bundesminister fĂĽr Arbeit und Sozialordnung (1982-98)
Karl May hat mit Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi Figuren geschaffen, mit denen sich jugendliche und erwachsene Leser noch identifizieren werden, wenn längst vergessen ist, wer Rambo oder der Terminator sind. Die Wirkung von Karl Mays Figuren beruht darauf, dass sie unsere Phantasie anregen. Sie treffen unsere Sehnsucht nach exotischer Ferne und einer besseren Welt. Selbst wenn sie ins Mythische und Surreale gleiten, behalten sie ein menschliches Maß und sind damit den Kultfiguren des Action-Kinos haushoch überlegen.

Dr. Viktor Böhm, geb. 1926, österreichischer Professor für Pädagogik
Aus dieser Spannung zwischen Wunsch, Traum und Wirklichkeit leben die BĂĽcher, leben die Gestalten Mayscher Phantasie und werden so lange leben, bis andere Zeiten mit anderen Menschen kommen, deren Sinn dieser Phantasiewelt entfremdet ist.

Viktor Böhme, geb. 1955, Schriftsteller
Karl Mays Werk gehört für mich zu den großen Türöffnern, die mein Bild von der Welt und der jüngeren Geschichte mitgeprägt haben. Dass er aus Sachsen stammte, nahm ich als günstiges Omen. Der Orient, der Wilde Westen, Indien, China, die Kordilleren, all diese zumeist unerreichbaren Reiseziele, wandelten sich zu magischen Orten der Fantasie, über die man bald besser Bescheid wusste, als jeder, der tatsächlich einmal dort gewesen war. Karl May ist es dank seiner Einbildungskraft gelungen, sich aus der Enge der Verhältnisse zu befreien und selbst Gefängnismauern zu überwinden. Das war die subversive Botschaft, die hinter all dem Drolligen und Draufgängerischen seiner Figuren aufleuchtete.

Jens Böhrnsen, geb. 1949, Politiker (SPD), Präsident des Senats und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen (seit 2005)
Er wollte als Kind „sein wie Old Shatterhand und Winnetou“.

Heinrich Böll 1917 - 1985, Schriftsteller, Literaturnobelpreis 1972
Ich glaube, dass jeder, der anfängt zu schreiben, von jedem Buch beeinflusst wird, das er vorher mit Leidenschaft gelesen hat und, während er seine ersten oder letzten Versuche macht, noch liest. Das würde bedeuten, beeinflusst von Karl May bis Marcel Proust, von sehr unterschiedlichen und gegensätzlichen Autoren.

In einem WDR-Interview von 1977: „...ich möchte Karl May für mich neu entdecken...“

Karl Heinz Bohrer, geb. 1932, Schriftsteller, Literaturtheoretiker und Publizist
Für mich gab es vor allem auch ganz andere Bücher: die Indianerromane von Karl May und Fritz Steuben spielten dabei eine besondere Rolle, wobei sich Winnetou, der Häuptling der Apachen, und Tecumseh, der Berglöwe, zu einer einzigen dramatischen Figur vermischten, die mich auf den Gedanken brachte, ein Indianerdrama in Versen zu schreiben.

Suzanne von Borsody, geb. 1957, Schauspielerin
Ich habe als Kind Karl May verschlungen.

Wolfgang Bosbach, geb. 1952, Politiker (CDU)
Winnetou und Old Shatterhand haben mich tatsächlich über viele Jahre begleitet und noch heute verwahre ich die alten Bücher ehrfurchtsvoll auf. Allerdings muss ich sie bei jeder Entrümpelungsaktion meiner Frau erneut verteidigen. Es ist so ähnlich wie mit einer alten Cordhose. Man hat sie 20 Jahre getragen und man wird sie auch in den nächsten 20 Jahren nicht anziehen, aber irgendwie ist sie einem ans Herz gewachsen und deshalb kommt sie nicht in die Altkleidersammlung. Wenn Kolleginnen und Kollegen nach ihrer Lieblingslektüre gefragt werden, muss ich manchmal von Herzen lachen, insbesondere dann, wenn dem staunenden Publikum der Eindruck vermittelt wird, man habe sich schon in frühester Kindheit ernsthaft mit Fragen des Existenzialismus auseinandergesetzt - da lag mir der Schatz im Silbersee näher.

Dr. Ralf Brauksiepe, geb. 1967, Politiker (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Verteidigung (seit 2013)

Karl May ist seit meiner Jugend ein Teil meines Lebens. Dass mir ein gutes Verhältnis der westlichen Welt zum nahen und mittleren Osten eine politische Herzensangelegenheit ist, geht nicht zuletzt auf ihn zurück.

Randolph Braumann, geb. 1934, Redakteur, Herausgeber
Aber kommen wir doch noch einmal auf den Vorwurf zurück, Karl May habe „das ja alles nicht selbst erlebt“. Ich bin der Meinung, dass gerade diese Tatsache als eine in ihrer Art genialische Leistung schöpferischer Phantasie zu deuten ist. Der Autor Karl May hat mit seinen Reiseromanen ein ganz eigenes, vorher kaum aufgetretenes Genre der Literatur erfunden, eine höchst originale Leistung, wie man anerkennen muss. Ein Genre, von dem man sagen könnte, es sei gedichtete, d. h. in epische Kunstform transponierte Geographie.

Bertolt Brecht 1898 - 1956 (eigentlich Eugen Bertolt), Schriftsteller
„Eugen war ein begeisterter Karl-May-Leser. 1909 hielt in Augsburg Karl May einen Lesevortrag. Ich weiß noch, dass sich Brecht für diese Veranstaltung sehr interessierte. Brecht beschäftigte sich viel früher mit Literatur als wir. Als er längst alle Karl-May-Bände durchgelesen hatte, begannen auch wir damit.“
(In: Brecht in Augsburg - Erinnerungen, Texte, Fotos. Von W. Frisch und K. W. Oberbeier.)

Pierre Brice 1929 - 2015, französischer Schauspieler, Winnetou-Darsteller
Und ich entdecke, dass die Werte, die uns Karl May vererbt hat, die gleichen sind wie meine. Durch ihn habe ich Deutschland und die Deutschen kennen und lieben gelernt.

Die Ideale und die Personen Karl Mays, dem ich nicht vergessen darf zu danken, inspirierten mich, Geschichten und TheaterstĂĽcke zu schreiben, deren Grundthemen Frieden, Freiheit, Menschenrechte, MenschenwĂĽrde und die Liebe, die Liebe unter den Menschen, sind

Hermann Broch 1886 - 1951, österreichischer Schriftsteller
Im Bett zu liegen, krank zu sein, nicht in die Schule zu gehen und Karl May lesen zu dĂĽrfen, hat ja stets seine trostreichen Reize in diesem Leben gehabt. Ich bin selten seit Winnetous Tagen und Old Shatterhands und Old Surehands Tagen so gefesselt und beglĂĽckt gewesen.

Max Brod 1884 - 1968, deutsch-tschechischer Schriftsteller; Herausgeber der Werke Franz Kafkas
Man hat ferner nachgewiesen, dass er [= May] die Gegenden und Völker, die er beschreibt, nicht gesehn hat. - Umso besser! Dann muss man ihn ja nur bewundern, der so vielen Lesern einen Balkan und ein Syrien seiner Phantasie vorgezaubert hat. Dann hat er, was alle Dichter wollen, den Kampf gegen platte Wirklichkeitsnachahmung am erfolgreichsten geführt; dann beginne ich seine schöpferische Erfindungskraft und Frische zu verehren.

Rainer BrĂĽderle, geb. 1945, Politiker (FDP), Bundesminister fĂĽr Wirtschaft und Technologie (2009-11)
(in einem Interview des Deutschlandfunks zum Vorlesetag 2011)

Ich bin alter Karl-May-Fan. Ich hab alle Bände gehabt, am Anfang in der städtischen Bibliothek, weil die ja damals relativ teuer waren. Und nach und nach hab ich sie geschenkt bekommen oder hab sie mir gekauft. Ich fand den Mann ungeheuer anregend, er hat ja - obwohl er nie dort in den Ländern war - sehr sorgfältig die Struktur und die Geografie widergespiegelt. ... Natürlich war ich für Winnetou, klar. Das waren die vermeintlichen Underdogs - weitgehend ausgerottet in Amerika, die Indianer - und mein Herz war immer bei den Kleineren, deshalb bin ich auch bei der FDP und auch immer bei den Unterdrückten, deshalb bin ich ja auch für Minderheitsrechte. Die meisten Jugendlichen waren auf der Seite von Winnetou, nicht bei den Militäreinheiten, die die Apatschen bekämpft haben. Da kann man eigentlich schon Liberalismus, Menschenrechte und Ähnliches mit einimpfen - höchst sympathische Figur. Ich bin dann auch öfter bei Fastnacht als Indianer rumgelaufen, für die Silberbüchse hat's nie gelangt, für die braune Gesichtsfarbe ja.

GĂĽnter de Bruyn, geb. 1926, Schriftsteller
An Karl May habe ich lesen gelernt, im schulmäßigen und im literarischen Sinn. Die ersten Seiten im Winnetou waren die ersten Buchseiten überhaupt, die ich allein las. Mit vielen Fremdwörtern, fremden Namen und Begriffen war das der richtige Stoff für Lernanfänger nicht, aber literarisch war May eine gute Schule, weil er es einem schwer machte: der Mann hat schließlich nie an Kinderleser gedacht beim Schreiben. Bei ihm lernte man, dass Lesen nicht so einfach ist wie Kuchenessen (oder Fernsehen), und dass Vergnügen sich dabei oft erst einstellt nach intensiver Bemühung.

Rudolf Buchbinder, geb. 1946, Konzertpianist
Ich habe ihn mit der Taschenlampe unter der Tuchent gelesen, bis mir die Augen zugefallen sind. Das Faszinierendste an ihm ist die Detailgenauigkeit und Farbigkeit, mit der er vom Schreibtisch aus ferne Kontinente beschrieb. Das erinnert mich an Maurice Ravel, der am Pianino die zukunftsweisenden Orchesterwelten von „Daphnes und Chloe“ erfunden hat. Die Werte Karl Mays werden dazu beitragen, dass er wiederkommt: echte Männerfreundschaft und ein Antirassismus, der mit menschlicher Größe die Welt verbrüdert

Tom Buhrow, geb. 1958, Journalist, Moderator der ARD-Tagesthemen
Mein erstes Karl-May-Buch habe ich im ersten Jahr auf dem Gymnasium gelesen. Ich hatte vorher die „Winnetou“-Filme gesehen und habe dann auch zu den Büchern gegriffen. Damals war es ja noch Standard, dass jeder Karl May liest. … Ein Junge in den 60er-Jahren ist mit Fußball und Karl May aufgewachsen. Ich war zwar als Winnetou zum Karneval gegangen, in einer Verkleidung, die meine Mutter mir genäht hat. Meine Lieblingsfigur war jedoch Old Surehand.

Vicco von BĂĽlow (Loriot) 1923 - 2011, Schauspieler, Karikaturist, Humorist
Ich interessierte mich für Karl May, Puccini und Operntenöre.

Andrea Camilleri, geb. 1925, italienischer Schriftsteller
Karl May, der vielleicht größte Fantast aller Zeiten, war meine erste große literarische Liebe.

Campino (i. e. Andreas Frege), geb. 1962, Sänger und Frontmann der Rockband Die Toten Hosen
Ich bin kein Karl May, der sich herrliche Landschaftsbeschreibungen in Amerika einfach ausgedacht hat. Ein Genie in dieser Hinsicht!

Wolfgang Clement, geb. 1940, (Politiker SPD), Ministerpräsident von NRW (1998-2002), Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit (2002-05)
Als Lieblingsrolle gab er einmal den Kara Ben Nemsi aus den Karl-May-BĂĽchern an.

Utta Danella 1924 - 2015, Schriftstellerin
Ich meine, Karl May ist ein Schriftsteller von großem Talent, mit beneidenswerter Fantasie und von erstaunlicher Intuition… die Reiseerzählungen, sei es Amerika oder Orient, Winnetou und Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und seine Umgebung sind immer noch große Klasse. Das hat ihm bisher keiner nachgemacht.

Jutta Ditfurth, geb. 1951, Publizistin, Politikerin, MitbegrĂĽnderin und frĂĽhere Bundesvorsitzende der GrĂĽnen (1984-89)
Rasend gerne habe ich natĂĽrlich Karl May gelesen.

Carl-Heinz Dömken 1929 - 2011, Journalist, Zeichner
Karl Mays Wunderhengst Rih hatte es mir angetan. Auf dem Schulweg träumte ich von ihm, des Nachts las ich immer und immer wieder die spannenden Abenteuer, die Kara Ben Nemsi auf seinen Ritten durch die Wüste, durchs wilde Kurdistan, von Bagdad nach Stambul, in den Schluchten des Balkan, durch das Land der Skipetaren - immer auf der Jagd auf den Schut - mit seinem Rapphengst erlebt hatte.

Dr. Marion Gräfin Dönhoff 1909 - 2002, Journalistin, Schriftstellerin
Verantwortung zu tragen, das wurde uns nicht gepredigt, das ergab sich einfach in der Gemeinschaft. Unsere Spielgefährten waren Dorfkinder, und es war klar, dass wir es waren, die für zerbrochene Fensterscheiben oder abhanden gekommenes Werkzeug die Schelte bekamen - dafür sorgten schon die Handwerker, die keineswegs glimpflich mit uns umgingen. Petzen, sich drücken und einwenden, das waren wir nicht, das war der und der, das wäre ganz gegen unsere an Karl May geschulten Begriffe von Edelmut und Fairness gewesen.

Mathias Döpfner, geb. 1963, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG

Ich erinnere mich, wie Winnetou und Old Shatterhand auf ihren Pferden hoch oben auf einem Berg stehen, die rote Abendsonne am Horizont. Unter ihnen fährt zischend ein Dampfross, eine Eisenbahn, vorbei, und Winnetou sagt: „Nur wer sich dem Fortschritt nicht verweigert, der wird überleben.“

Doris Dörrie, geb. 1955, dt. Regisseurin, Autorin und Produzentin
Winnetou hat mich immer zu Tränen gerührt.

Auf die Frage von FOCUS: „Als Kind wollten Sie sein wie...?“ antwortete sie: „Winnetou.“

Slavenka Drakulić, geb. 1949, kroatische Schriftstellerin (Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung 2005)
Als ich ein Kind war, bereiteten mir seine Bücher einen unverwechselbaren Genuss. …die Vorfreude auf jenen Moment, in dem ich die erste Seite aufschlagen werde… Ich pflegte mich mit „Winnetou“ ins Bett zu verkriechen und las bis spät in die Nacht, bis mir vor Müdigkeit die Augen zufielen. Wegen Karl May war ich gerne und oft erkältet, hatte Grippe oder Halsschmerzen, nur um nicht in die Schule gehen zu müssen, um zu Hause zu bleiben und lesen zu können.

Friedrich DĂĽrrenmatt 1921 - 1990, Schriftsteller, Dramatiker
Mich haben zum Beispiel zwei Bücher sehr aufgeregt: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne ... ein anderes Buch war Ardistan und Dschinnistan von Karl May mit dieser Totenstadt, also ein ähnliches Motiv. Ich frage mich überhaupt, ob nicht auch für Kafka dieses Werk von Karl May eine Bedeutung gehabt hat - man weiß da ja viel zu wenig über die Wirkung von Jugendschriften.

GĂĽnter Eich 1907 - 1972, Schriftsteller
Natürlich sollen Sie Karl May lesen - wer hätte das nicht getan?

Dr. Albert Einstein 1879 - 1955, Physiker, Philosoph, Physiknobelpreis 1921
Die meisten ReisebĂĽcher, die ich las, haben mich gelangweilt, ein Karl-May-Buch nie.

Weil ich stets gefunden habe, es sprudele in Karl Mays Schriften noch der Urquell unseres knabenhaft gebliebenen, aber durchaus gesunden Dranges nach der romantischen Ferne, nach Abenteuern und dem Verlangen zu erfahren, wie andere Völker mit dem Leben fertig werden...

Michael Ende 1929 - 1995, Schriftsteller
Peter Boccarius ĂĽber Michael Ende:
Als Michael nämlich eines Abends vom letzten Winnetou-Band nicht lassen wollte - (...) da wurde die Mutter vom heiligen Zorn ergriffen, und sie steckte das Buch in den Kanonenofen. (...) Als er schon berühmt war, brachte ihm eines Tages ein Verehrer, der von dieser Geschichte gehört hatte, das Buch als Geschenk ins Haus. Ende hat es ungelesen beiseite gelegt - zu spät, für ihn lebt Winnetou heute noch.

Björn Engholm, geb. 1939, Politiker, Bundesminister (1981-82), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein (1988-93), Bundesvorsitzender der SPD (1991-93)
Mein Lieblingsheld war natürlich Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah. Wer so klein ist und mit soviel Größe - auch für Toleranz der Religionen - kämpft, der hat meinen vollen Respekt.

Rita Falk, geb. 1964, Schriftstellerin
Als Kind habe ich Winnetou geliebt - als er erschossen wurde, weinte ich eine halbe Nacht lang. Sie hatten doch schon so viele gefährliche Situationen überlebt. Und dann das! Als Erwachsene finde ich Karl Mays Ende nachvollziehbarer. Aber ich wünsche mir immer noch, dass Winnetou doch überlebt und mit seinem besten Freund weitere Abenteuer erlebt. Vielleicht etwas weniger schweißtreibende als früher. Ich stelle mir immer vor, wie die beiden mit Eseln, weißen Haaren und Rauschebärten dem Sonnenuntergang entgegenreiten.

Hans Fallada 1893 - 1947, Schriftsteller
Da lag ich nun Stunden und Tage und las und las. Ich wurde es nicht müde, meinen Marryat und meinen Gerstäcker und den heimlich geliehenen Karl May zu lesen. Je untragbarer mir mein Alltagsleben erschien, umso dringlicher suchte ich Zuflucht bei den Helden meiner Abenteuerbücher ... Als ich dann ein Mann geworden war und ein bisschen Geld hatte, habe ich mir alle fünfundsechzig Bände Karl Mays auf einmal gekauft. Während ich dies schreibe, stehen sie grüngolden aufmarschiert in der Höhe meines rechten Knöchels. Ich habe sie nun alle gelesen, nicht nur einmal, sondern mehrere Male. Jetzt bin ich gesättigt von Karl May, ich werde sie kaum wiederlesen. Aber nun schlüpft mein Ältester in den Ferien hier herauf und holt sich einen Band nach dem anderen...

Michael Fassbender, geb. 1977, Schauspieler
Ich finde es bis heute ganz erstaunlich, wie Karl May über den Westen geschrieben hat, ohne jemals da gewesen zu sein. Woher wusste er das alles? Ich finde das völlig verrückt.

 

Friedrich Ernst Fehsenfeld 1853 - 1933, Verleger Karl Mays aus Freiburg
Bei ihm ist keine Zeile ohne Leben, ohne innere und äußere Bewegung. Er empfindet, denkt und berechnet auf seinen Reisen wie wenige Seinesgleichen und zwingt den Leser, mit ihm zu fühlen, mit ihm zu denken und zu berechnen. Man lebt sich so in ihn hinein, dass man ganz und vollständig sein Eigen wird.
Dazu kommt der hohe sittliche Gehalt, den alle seine Werke besitzen. Er ist, vielleicht ohne es zu beabsichtigen, ein Missionar, ein Prediger der Gottes- und Nächstenliebe, doch besteht seine Predigt nicht in Worten, sondern in Taten. (aus dem Vorwort zu Durch die Wüste)

Joachim C. Fest 1926 - 2006, Historiker und Publizist
Aber dann las ich den Schatz im Silbersee und wurde mit einemmal so süchtig, dass ich sogleich, mehr als ein Jahr lang, Winnetou“ und rund zwanzig weitere Werke las.

Joschka Fischer, geb. 1948, Politiker (BĂĽndnis 90/Die GrĂĽnen), BundesauĂźenminister (1998-2005)
Ich habÂ’ als Junge sehr viel gelesen (...) die Dorfbibliothek leergelesen und sehr viel Karl May.
Das erste wichtige Buch fĂĽr mich, das war Karl May, Der Schut; das habÂ’ ich zur Ersten Kommunion bekommen und lange nicht gelesen, aber es war dann der erste Karl May und 64 weitere folgten, teilweise mit Taschenlampe unter der Bettdecke.
(In der Sendung lesen mit Elke Heidenreich, 8.10.2003)

Ulrike Flach, geb. 1951, Politikerin (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit (2011-13)
Es gab kein Karl-May-Buch, das ich nicht gelesen habe. Nie konnte ich auch nur eine Sekunde daran glauben, dass der Filmdarsteller des Winnetou, Pierre Brice, etwas mit dem Indianerhäuptling meiner Bücher zu tun hatte.

Otto Forst-Battaglia 1889 - 1965, Universitätsprofessor, Schriftsteller

Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi, des Volkes und der Jugend Vorbild und Liebling (...) der ihn schuf, dessen Sehnsucht nach eigener und anderer Vollendung er verkörperte, der unübertroffene Volksschriftsteller Karl May.

Leonhard Frank 1882 - 1961, Schriftsteller
„Welches war das Lieblingsbuch Ihrer Knabenjahre?“: Die Romane von Karl May.

Patty Frank 1876 - 1959 (eigentlich Ernst Tobis), Artist, Leiter des Karl-May-Museums (1928-59)
Setzen wir uns ans Lagerfeuer im Squatterwigwam, Patty, und denken wir an die good old days, an Buffalo Bill, an Plenty Wolves und Old Shatterhand! Wozu viele Worte machen? All das ist ja nicht tot, wenn es auch vergangen ist. Old Shatterhand und seine Indianer leben. Sie sind unsterblich wie die RomantikÂ…

Patrick Frey, geb. 1951, Schweizer Kabarettist und Schauspieler
Das war meine erste grosse Lesesucht gewesen...

Amelie Fried, geb. 1958, Moderatorin und Schriftstellerin

Später hab’ ich dann Astrid Lindgren verschlungen, alle Ponybücher und ‚Fünf Freunde‘. Und Sherlock Holmes und Karl May.

Benno FĂĽrmann, geb. 1972, Schauspieler
Der Schauspieler kennt alle Western-Klassiker. Allen voran ‚Winnetou‘. (www.gala.de) „Ich gucke unheimlich gerne Western... Gar keine Frage: Wenn ‚Winnetou‘ lief, war der Fernseher bei uns zu Hause an. Als Kind habe ich die Filme mit meinen Freunden natürlich dauernd nachgespielt. Ich war immer Indianer und bin tausend Mal erschossen worden und wieder auferstanden.

Cornelia Funke, geb. 1958, Schriftstellerin (u. a. Tintenherz)
AuĂźerdem wird Reckless das erste Buch sein, in dem es keine Kinder als Helden gibt, aber ich habe durch die TintenbĂĽcher (und meine eigene Karl-May-Leidenschaft) gelernt, dass das
Kindern eh nicht wichtig ist.

Tomer Gardi, geb. 1974, israelischer (tw. deutschsprachiger) Schriftsteller: Ich liebe Karl May, Alfred Döblin und Conchita Wurst.

Luke Gasser, geb. 1966, Schweizer Bildhauer, Maler, Musiker und Filmemacher
Karl May ist für mich ein wenig ein unterschätzter Autor...

Leopold Gheri 1866 - 1952, österreichischer Redakteur und Schriftsteller
Er ist ein energischer Mann, das hat er bewiesen, dass er trotz aller seiner Widersacher das Ziel, das er sich als Schriftsteller gesteckt hatte, erreichte; sein Auge verrät aber große Güte und Milde, so wie er sich in seinen Büchern auch seinen Feinden gegenüber gibt.

Dr. Heiner GeiĂźler, geb. 1930, Politiker (CDU), Bundesminister (1982-85)
Karl May hat wie kaum ein anderer Schriftsteller bei Millionen Jugendlichen durch seine phantasievolle Erzählweise erste tiefe Eindrücke von Abenteuer, fremden Ländern, Menschen und Sitten hinterlassen. Ob Von Bagdad nach Stambul oder Durchs wilde Kurdistan, seine Helden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar haben viele junge Menschen fasziniert. Karl May hat vielen jungen Menschen etwas sehr Wichtiges vermittelt: Die Neugier auf Bücher.

Max GeiĂźler 1868 - 1945, Schriftsteller, Literaturwissenschaftler
... May war durch und durch Romantiker, und daraus erklärt sich die Begeisterung des Volkes für ihn und die Feindschaft der Weisen aus dem Morgenlande des künstlerischen Rationalismus.
Karl May war der letzte, fruchtbarste und geschickteste Erzähler aus der Reihe, die durch den Namen Cooper am sichersten gekennzeichnet wird. Er gehört wegen seiner volksmäßigen Vorzüge in jede öffentliche Bücherei.

Hans-Dietrich Genscher 1927 - 2016, Politiker, Bundesinnenminister (1969-74), BundesauĂźenminister (1974-92), Vorsitzender der FDP (1974-85)
Ich habe alle Bände von Karl May gelesen und hätte als kleiner Junge in Halle niemals erträumt, einmal selbst soviel zu reisen wie Karl May in seiner Phantasie. Mein Lieblingsheld war Old Shatterhand - wegen der durchschlagenden Wirkung.

Viktor Giacobbo, geb. 1952, Schweizer Autor, Kabarettist, Moderator und Schauspieler
... ich bin als Kind richitg frustriert bis traurig gewesen, als das Buch fertig war («Durch das Land der Skipetaren»), ...bis ich gemerkt habe, dass der glaub 70 weitere BĂĽcher geschrieben hat. Da ist fĂĽr mich eine Welt aufgegangen.

Ralph Giordano 1923 -2014, Journalist, Schriftsteller und Regisseur
Hier hat ein in seinem Genre einzigartiger, völlig unverwechselbarer Schriftsteller gewirkt. Ohne jeden Anspruch auf prophetische Begabung kann behauptet werden: so lange Menschen lesen, werden sie auch Karl May lesen.

Uschi Glas, geb. 1944, Schauspielerin
Mein Bruder hatte ein ganzes Regal mit Karl-May-Büchern voll. Auch ich habe die Indianergeschichten gelesen. Erst viel später war ich enttäuscht, dass Karl May zuvor nie an den Orten seiner Romane war. Er war ein großartiger Flunkerer.

Tanja Gönner, geb. 1969, Politikerin (CDU), baden-württembergische Sozialministerin (2004-05) Umwelt- und Verkehrsministerin (2005-11), Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Auf die Frage von FOCUS: „Als Kind wollten Sie sein wie...?“ antwortete sie: „Winnetou hatte es mir sehr angetan.“

Wolfgang Goetz 1885 - 1955, Essayist, BĂĽhnenschriftsteller
Die lebenslange Sehnsucht dieses Mannes nach fernen Ländern ist so übermächtig, dass sie schon Wirklichkeit wurde. Er lebt in den Savannen, in den Schluchten Kurdistans ... Hier ist das Dichterische bei May. Alles übrige ist Schriftstellerei. Aber wir können nicht anstehn, zu erklären, dass dieser Schriftsteller sein Handwerk versteht. Wie setzt dieser Mann ein. Keine halbe Seite, und wir sind mittendrin in einem Abenteuer, sind gespannt.

Thomas Gottschalk, geb. 1950, Entertainer, Showmaster
Wenn ich von nichts eine Ahnung habe, aber bei Karl May kenne ich mich aus: Professor Vitzliputzli usw.
Aus einem Interview mit Tele 5:
Als ich ‚Die Supernasen‘ drehte, habe ich meinen Produzenten vorgeschlagen, eine komödienhafte Persiflage auf die Karl-May-Filme zu drehen. Mike Krügers Nase eignete sich natürlich sehr gut für Winnetou und ich sah mich schon als Lex Barker. Aber meine Produzenten meinten, das könne man nicht machen. Niemand wolle über so große Kinohelden lachen. 15 Jahre später hat Bully das mit großem Erfolg gemacht. Er hatte den richtigen Riecher, zur richtigen Zeit. Ich hatte ihn leider zur falschen Zeit.
Was haben Sie als Kind im Kino gesehen?
Winnetou und Old Shatterhand natĂĽrlich. Das Tollste fĂĽr mich war, dass ich Pierre Brice, den Helden meiner Kindheit, an meinem 40. Geburtstag bei mir am Tisch sitzen hatte. (...) Auch heute noch versetzt mich die Musik zu den Winnetou-Filmen in meine Kindheit zurĂĽck.

GĂĽnter Grass 1927 - 2015, Schriftsteller, Literaturnobelpreis 1999
Ich bin nicht so ein begeisterter Karl-May-Leser wie Arno Schmidt, aber „Der blaurote Methusalem“ hat mir gut gefallen. Besonders den Jargon schätzte ich.

Rainald Grebe, geb. 1971, Liedermacher, Schauspieler, Kabarettist

Karl May fasziniert mich: Er war nie weg und hat sich die Welt herbeifantasiert. Das kommt mir entgegen. Als Kind habe ich meinen Vater erlebt, wie er sich verkleidete und Vorträge über Karl May hielt. Der war sogar zu Ostzeiten mit seinen Studenten im Karl-May-Museum in Radebeul.

Georg Grosz 1893 - 1959, deutsch-amerikanischer Maler, Grafiker und Karikaturist
Denn Karl May hatte ich zu Hause verschlungen und kannte ihn fast auswendig. Seine WerkeÂ…seien wunderbar spannend.

Monika GrĂĽtters, geb. 1962, Politikerin (CDU), Beauftragte der Bundesregierung fĂĽr Kultur und Medien (seit 2013)

Jugenderinnerungen werden wach, wenn man Old Shatterhand und Winnetou hier begegnet. Wie gut, dass wir Karl-May-Enthusiasten etwas über die Umstände erfahren, unter denen diese großartige, spannende und wertvolle Literatur entstanden ist! (Eintrag im Gästebuch des Karl-May-Hauses in Hohenstein-Ernstthal)

Alfred Gusenbauer, geb. 1960, Politiker (SPĂ–), Ă–sterreichischer Bundeskanzler (2007-08)
Pippi Langstrumpf war in einer Phase meiner Kindheit wichtig, aber sie war natĂĽrlich nur eine Gestalt von Bedeutung. Ich wollte schon ein bisschen verwegener sein, und dafĂĽr boten fĂĽr mich als Bub die Gestalten von Karl May die besseren Identifikationsmuster an.

Enoch zu Guttenberg, geb. 1946, Dirigent, Intendant
Zu den unvermeidlichen Lektüren unser aller Jugend zählte vormals neben Karl May, Jack London und Jules Verne auch H. G. Wells; und so wie keiner Winnetou, Wolfsblut und Kapitän Nemo je vergessen wird, so blieb uns allen aus Wells‘ ‚Krieg der Welten‘ eine Szene unauslöschlich in Erinnerung…

Karl-Theodor zu Guttenberg, geb. 1971, Politiker (CSU), u.a. Bundesverteidigungsminister (2009-11)
Auf die Frage von FOCUS: „Als Kind wollten Sie sein wie...?“ antwortete er: „Robinshatterwinnehood.“

Axel Hacke, geb. 1956, Journalist und Schriftsteller
Ich bin mit Karl May aufgewachsen, da gibt es Schilderungen von Grizzly-Überfällen, die dem härtestgesottenen Ego-Shooter die Daumen zittern lassen... - Ich habe seit vierzig Jahren nicht mehr Karl May gelesen, trotzdem kann ich mich nicht von ihm trennen. Nie wieder habe ich so suchtartig gelesen wie einst im May, Stunde um Stunde, Tag um Tag, ein Buch nach dem Anderen. Nie wieder hat mich ein Autor so mitgenommen in eine andere Welt, Georges Simenon später vielleicht ausgenommen. Karl May war mein Fluchthelfer aus langen Tagen, an denen ich unglücklich war oder mich langweilte. An den keiner meiner Freunde Zeit hatte, weil sie andere Freunde vorzogen, weil wir uns gestritten hatten, oder weil sie Karl May lesen wollten. … Die „Winnetou“-Bände waren mir jedenfalls die Liebsten, Sam Hawkins meine Lieblingsfigur. Er war, wenn ich mich nicht irre, skalpiert worden, trug deshalb eine Perücke, und oft dachte ich darüber nach, wie es sein müsste, skalpiert worden zu sein. Lasen wir nicht, spielten wir Winnetou und Old Shatterhand.

Thea von Harbou 1888 - 1954, Schauspielerin, Autorin, Regisseurin

Ich habe mir vom Christfest Ihre Dichtung „Babel und Bibel“ schenken lassen, und sie hat mir Herz und Seele mit stillen, aber unvergänglichen Schätzen gefüllt. Ich habe das Buch lieb wie einen Freund und um dies Bündnis zu siegeln, bitte ich Sie, mir ein paar Worte als Zueignung zu schreiben. (Brief an Karl May vom 31.01.1907)

Peter Härtling, geb. 1933, Schriftsteller
Ich hörte von Karl May, bevor ich ihn las. Durch die Wüste war, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, die erste Lese-Reise, die ich mit dem Erfinder der Kopfreise unternahm. Ihr folgten weitere.

Petra Hammesfahr, geb. 1951, Krimiautorin
Winnetou, das war mein Held. Ich hab [als Tennager] die Bücher „Winnetou“ I, II und III gelesen, aber nicht unter dem Aspekt eines Abenteuerromans, sondern für mich ging es um Menschenverfolgung, Unterdrückung von Minderheiten, Ausrottung eines Volkes.

Peter Handke, geb. 1942, Schriftsteller
Ich war sieben Jahre alt, als ich Durchs wilde Kurdistan von K. May las.
Ach, ich habe eigentlich dabei auch nur an die alten Abenteuergeschichten gedacht, an Karl May zum Beispiel.
(auf die Frage nach Anregungen zu seinem Roman Der kurze Brief zum langen Abschied)

Dr. Reiner Haseloff, geb. 1954, Politiker (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt (seit 2011)
Karl May hat in seinen Büchern stets für ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Völker geworben, deshalb sind seine Geschichten auch heute noch aktuell. Als Kinder haben wir seine Romane nicht nur gelesen, sondern auch „gelebt“. Ich war Old Shatterhand und mein Blutsbruder Winnetou ist heute Pastor in Kanada, ganz in der Nähe von Winnetous Erben.

Dr. Wilfried Haslauer, geb. 1956, Politiker (Ă–VP), Landeshauptmann von Salzburg (seit 2013)
„Es war in unserer Familie ein Sport, am Weihnachtsabend bis zwei, drei Uhr in der Früh zu lesen“, erinnert sich der ÖVP-Landeshauptmannstellvertreter. Seine damalige Lieblingsliteratur: „Karl May. Nicht so die Indianergeschichten, sondern die in Arabien.“

Hansotto Hatzig 1919 - 2001, Redakteur, Sachbuchautor
Es wäre jedoch in diesem Jahrhundert schwierig gewesen, den Deutschen etwa einen abgrundtiefen Hass gegen alles, was Indianer heißt, einzuimpfen. Für so etwas waren sie durch die ‚Karl-May-Romane‘ wirksam gefeit. Die Juden jedoch und die Slawen haben bis heute keinen Autor gefunden, der es fertiggebracht hätte, einer breiten Masse die seit Jahrhunderten aufgestaute Voreingenommenheit gegen die genannten Menschengruppen zu nehmen.
Denn, wenn man in den vor einem halben Jahrhundert geschriebenen Werken eines Karl May das auffinden kann, was heute (1956) die Grundlage des Denkens Albert Schweitzers und derer, die ihm nachfolgen, bildet, so ergibt sich daraus fĂĽr jeden Menschen umso mehr die Verpflichtung, ĂĽber diese Dinge nachzudenken.

Sven Hedin 1865 - 1952, Forschungsreisender und Schriftsteller
Auch Swift, MĂĽnchhausen und Karl May sind groĂźe Schriftsteller gewesen.

Elke Heidenreich, geb. 1943, Journalistin, TV-Moderatorin und Autorin
Ich habÂ’ auch viel und gern Karl May gelesen. (In der Sendung lesen, 8.10.2003)
Ich fand die (= Karl-May-Bücher) klasse. Ich habe mich selbst immer mit der Schwester von Winnetou identifiziert und mir dicke Bastzöpfe geflochten. (In der Sendung lesen, 7.12.2007)

Willi Heinrich 1920 - 2005, Schriftsteller
Ich liebe „Winnetou I-III“, weil ich darin erstmals vom „Duft der großen weiten Welt“, von „guten“ und „bösen“ Menschen und von Männerfreundschaften erfahren habe.

Karen Heinrichs, geb. 1974, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin
Schon als kleines Mädchen habe ich Karl May gelesen! Seine Geschichten dufteten nach Freiheit. In Winnetou war ich ganz verschossen und seinetwegen habe ich auch meine Liebe zu Amerika entwickelt. Dass ich gleich nach der Wende als Austauschschülerin in den USA war, ist ihm zu verdanken!

Steffen Heitmann, geb. 1944, Politiker (CDU), Staatsminister a. D.
Ich verdanke Karl May eine real-fiktionale Welt, die einige Jahre meiner Kindheit geprägt hat und deren Erinnerung ich voll Rührung und Dankbarkeit mit ins Grab nehmen möchte.

GĂĽnter Helmig, geb. 1941, Schriftsteller
Besonders mochte ich den Lederstrumpf, eine Serie von Romanen des amerikanischen Schriftstellers James Cooper, Robinson Crusoe von Daniel Defoe und natĂĽrlich alle Karl-May-BĂĽcher. Als Kind konnte ich mich in diese Abenteuergeschichten richtig reinfĂĽhlen.

Peter Henisch, geb. 1943, österreichischer Schriftsteller
Zwischen meinem 7. und meinem 12. Lebensjahr war Karl May ein fast alltägliches Lesebrot.

Was ist das: ‚wirklich‘ erleben und ‚wirkliche‘ Literatur? Grad beim Versuch, zwei scheinbar so diametrale Figuren wie May und Kafka (...) zusammenzubringen, bin ich immer wieder auf diese Frage gestoßen. (...) Aber was ich tief ernst genommen habe und was mich mit immer größerer Hochachtung für beide erfüllt hat, war die Kompromisslosigkeit, mit der sie - jeder auf seine Weise - ihr ganzes Leben aufs literarische Spiel setzten.

Karl May hat diese Sehnsucht nach offener Gegend, in die man hineinreiten kann. Leute, die sagen, das ist niedrige Literatur, haben die BĂĽcher nie gelesen...

Dorothea Henzler, geb. 1948, Politikerin (FDP), seit 2009 hessische Kultusministerin
Ich habe früher viel lesen können. Ich habe Märchen vorgelesen bekommen und habe dann selbst Karl May gelesen - 28 Bände.

Michael Bully Herbig, geb. 1968, Comedian, Schauspieler, Regisseur und Produzent
Karl May, die Mutter aller BlutsbrĂĽder...

Volker Herres, geb. 1957, Fernsehjournalist und Programmdirektor des ARD-Gemeinschaftsprogramms Das Erste
Karl May hat mich in eine aufregende Welt voller Abenteuer entführt. Eine Welt auch voller Schurkereien und Hinterhältigem, in der Winnetou ein unerschütterlicher Kämpfer für Gerechtigkeit und Frieden bleibt. Natürlich wollte ich als Kind so edel und stark sein wie der Häuptling der Apachen. „Unter Geiern“ habe ich nicht nur gelesen, sondern auch die Verfilmung mehrfach im Kino gesehen.

Dr. Roman Herzog 1934 - 2017, Politiker (CSU), Bundespräsident (1994-99)
Karl May habe ich gerne gelesen. Und meine Lieblingsrolle wäre die von Winnetou.

Hermann Hesse 1877 - 1962, Schriftsteller, Literaturnobelpreis 1946
Ein Schriftsteller, den ich bis dahin nur dem Namen nach gekannt hatte, obwohl er zu den gelesensten der Zeit gehört, wurde mir auf diesem Umweg bekannt. Er stand immer wieder auf den Wunschlisten der Gefangenen. Es ist Karl May. Ich erinnerte mich, Buben meiner Bekanntschaft hatten für ihn geschwärmt, sonst aber fiel mir nichts Rühmliches ein, das ich über ihn gewusst hätte, sondern lauter Schlimmes. Er sei ein zweifelhafter Charakter und ein skrupelloser Macher gewesen, ein richtiger, böser Bücher-Fabrikant, nichts von Ideal und heiligem Feuer dahinter. Weiß Gott woher ich das alles wusste, aber ich wusste es. Es gab Schafe, und es gab Böcke, das war nun einmal so, und dieser Herr May gehörte zu den Böcken. Jetzt, wo ich aus Neugierde endlich zwei Bücher von ihm las, war ich ganz erstaunt. Er ist nämlich kein Macher, sondern von einer verblüffend naiven Ehrlichkeit. Er ist der glänzendste Vertreter eines Typs von Dichtung, der zu den ganz ursprünglichen gehört und den man etwa ‚Dichtung als Wunscherfüllung‘ nennen könnte.
(Seine Bücher) sind fantastisch, unentwegt und hanebüchen, von einer gesunden, prächtigen Struktur, etwas völlig Frisches und Naives, trotz aller flotten Technik. Wie muss er auf die Jugend gewirkt haben! Hätte er doch den Krieg noch erlebt und wäre Pazifist gewesen! Kein Sechzehnjähriger wäre mehr eingerückt.
Er vertritt einen Typus von Dichtung, der unentbehrlich und ewig ist.

Dr. Theodor Heuß 1884 - 1963, Politiker (CDU), Bundespräsident (1949-59)
Irgendwann trat die Knabenzeitschrift Der Gute Kamerad in unser Leben; ... durch ihn kamen wir zu Karl May, der eben begonnen hatte, der Halbgott der Jugend, und nicht bloß der Jugend, zu werden. Wir verschlangen von ihm, was erreichbar war, und abonnierten die in Heften erscheinenden neuen Werke. Er bezauberte uns. Was frugen wir nach Echtheit, nach Wirklichkeit! Es genügte, dass immer etwas los war, dass man in fremden Ländern und Sitten mit sicherer Hand geleitet wurde, dass es Käuze gab, über die man lachen konnte, Helden, für die man schwärmen durfte, Bösewichter, die man verachten musste.

Georg Heym 1887 - 1912, Lyriker
Ein Mann, namens Avenarius, von Beruf Wart der Kunst, nimmt es sich heraus in seinem Käseblatt für literarische Geheimratstöchter den Dichter Karl May anzugreifen, und ihn als einen Schundliteraten seinem Leserkreise zu denunzieren. Karl May, dessen großartige Phantasie natürlich von diesem, wöchentlichen Mist-Fabrikanten niemals begriffen werden kann. Sein Hauptargument für die Inferiorität Mays ist, dass May einige Jahre - hu, hu, als Schmuggler und Räuber gelebt habe, - eine Tatsache, die dem Dichter von vornherein das Wohlwollen eines anständigen Menschen sichert.

Dieter Hildebrandt 1928 - 2013, Kabarettist und Schauspieler
Â…Leider sind in meiner Sendung (Scheibenwischer) nicht die Herren Konzelmann und Scholl-Latour anwesend. Diese beiden haben eigentlich schon alles gesagt, was ich vorher wusste, ĂĽber das Land zwischen Euphrat und Tigris; nur ich weiĂź es anders, ich weiĂź es von Karl May Â… der auch nicht da war.

Wolfgang Hohlbein, geb 1953, Schriftsteller
Die Schule, die Lehre ... das war nicht so toll. Also habe ich 70 Karl-May-Bände gelesen. Ich wollte und will immer zusätzlich zum normalen Leben ein Abenteuer.
Durch ihn habe ich Lesen und Schreiben gelernt. Karl May war ja auch ein Fantasy-Autor. Seine Bücher spielten in damals sehr exotischen Ländern, handelten von seltsamen Menschen mit komischen Gebräuchen.
Insofern hat er mich als Schriftsteller auf jeden Fall entscheidend inspiriert.

Marianne Hoppe 1909 - 2002, Schauspielerin

Ich habe als Mädchen nicht nur Karl May, sondern auch Friedrich Gerstäckers Abenteuer-Geschichten gefressen. Seit meiner Farmersfrau im „Schatz im Silbersee“ freute ich mich auf meine nächste Western-Rolle.

Thomas Jeier, geb. 1947, Schriftsteller (Abenteuerromane, JugendbĂĽcher, Reisereportagen), Radiomoderator
Winnetou ist an allem schuld. Schon mit zwölf Jahren, als ich die Romane über den edlen Apachen-Häuptling las, war ich von den Indianern begeistert. Kaum ein Volk fasziniert die Menschen so sehr wie die Indianer.

Friedrich Georg JĂĽnger 1898 - 1977, Schriftsteller
Ich entsinne mich, dass ich ihn mit zwölf Jahren las, eifrig, mit Vergnügen.
Die Behauptung, dass Karl May die Jugend verderbe, ist, wie sich versteht, Unfug. Eher verdirbt die Jugend die BĂĽcher, die sie liest.

Harald Juhnke 1929 - 2005, Schauspieler, Sänger und Showmaster
Auf dem Klappbett standen meine Winnetou-Büste und alle meine Karl-May-Bände.

Burkhard Jung, geb. 1958, Politiker, OberbĂĽrgermeister von Leipzig (seit 2006)
Ich stehe dazu: Ja, ich bin groĂźer Karl-May-Fan. War ich als Kind schon und bin ich heute immer noch. Winnetou war das groĂźe Leseerlebnis meiner Kindheit und den Namen Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah kann ich noch heute im Schlag aufsagen. Ich habe die Karl-May-Abenteuer, egal ob sie in Nordamerika oder im Orient spielten, verschlungen, nachts unter der Bettdecke, mit Taschenlampe.

Jean-Claude Juncker, geb. 1954, Politiker, Luxemburgischer Premierminister (1995-2013), Präsident der Europäischen Kommission (seit 2014)
Als Besitzer einer vollständigen Karl-May-Sammlung kann ich sagen: Indianer kennen keinen Schmerz, und Luxemburger verstehen jeden Scherz.

Robert Jungk 1913 - 1994, Publizist, Journalist und einer der ersten Zukunftsforscher
Ich muss aber auch gestehen, dass ich ein ausgesprochener Karl-May-Fan war.

Max Jungnickel 1890 - 1945, Schriftsteller und Pädagoge
Ich freue mich auf den Tag, wo mein Junge so weit ist, dass er Winnetou lesen kann. Nichts ist schöner, als wenn Jungenaugen begeistert strahlen. - Karl May hat das millionenmal fertiggebracht. Wer macht ihm das nach?

Curd JĂĽrgens 1915 - 1982, Schauspieler
Welche Rolle ich jetzt am liebsten spielen wĂĽrde? Karl May! Nicht etwa als Parodie. Auch nicht als blutigen Abenteuerschinken. Nein, so wie er sich selbst gewiss gesehen hat: als einen liebenswĂĽrdigen FernsĂĽchtigen, den ein unwiderstehlicher Trieb aus Radebeul in die Welt verschlug.

Dr. Margot Käßmann, geb. 1958, Theologin, Landesbischöfin von Hannover (1999-2010), Ratsvorsitzende der Ev. Kirche Deutschland (2009-10)
Ich habe als Kind Â… und viele BĂĽcher von Karl May verschlungen.
Die Fantasie von Karl May ist überwältigend.

Roland Kaiser, geb. 1952, Schlagersänger
Vor allem die Abenteuerromane von Karl May habe ich verschlungen.

Peter Kaiser, geb. 1958, österreichischer Politiker (SPÖ), Landeshauptmann von Kärnten (seit 2013)
Kaiser bezeichnete Karl May im Interview mit „Die Kleine Zeitung“ als seinen zweitliebsten Autor und verriet, er habe „Winnetou“ verschlungen.

Hermann Kant 1926 - 2016, Schriftsteller
O herrlicher sächsischer Lügenbold, gepriesen sei dein vielgeschmähter Name. Dank dir, du genialer Spinner aus Hohenstein-Ernstthal. Dank dir für tausendundeine Nacht voller Pulverdampf und Hufedonnern. Heißen Dank für Äquatorsonne und Präriewind und Wüstensand und Steppengras, für Shatterhand und Hadschi, für Winnetou und Geierschnabel, ungeschmälerten Dank dafür!

Jörg Kastner, geb. 1962, Schriftsteller
Wenn man mir sagt, beim Lesen meiner Romane fühle man sich zuweilen an Karl May erinnert, empfinde ich das als Kompliment. Ich schätze den Autor Karl May seit frühester Kindheit, und natürlich hat er meine Art, Geschichten zu erzählen, auch geprägt.
Mein Weg zu Karl May begann in meiner frühen Kindheit mit den Europa-Hörspielen, im Fernsehen gab es die jährlichen Übertragungen aus Bad Segeberg, und irgendwann kaufte ich mir die ersten Bücher aus dem Karl-May-Verlag. Jetzt veröffentliche ich selber dort, und wer an einen Zufall glaubt, der hat Karl May nicht gelesen

Walter Kempowski 1929 - 2007, Schriftsteller
Diese Erfindergabe sondergleichen, das unbegreiflich Menschliche aus dem Nichts zu schaffen, die Nuss zu öffnen und ein goldenes Spinnrad herauszuholen, die Geburt der Literatur aus der komprimierten Kraft einer Zelle, das ist etwas Urzeitliches, das mich stets gerührt hat.

Frank Kessler, geb. 1961, Schauspieler
Ich habe "Winnetou" und generell Western schon als Junge geliebt.

Sophie von Kessel, geb. 1968, Schauspielerin
Wir puzzeln oft, wir verkleiden uns und malen uns an. Das habe ich als Kind schon gern gemacht, als Winnetou.

Ulrich Khuon, geb. 1951, Dramaturg, Intendant des Deutschen Theaters Berlin
Vor meinem zehnten Lebensjahr konnte ich mir nicht vorstellen, ein Buch mit mehr als hundert Seiten und ohne Illustrationen zu lesen. Dann bekam ich eines von meinem Vater zu Weihnachten geschenkt. Es hieß „In den Schluchten des Balkan“, hatte 607 Seiten und ich bekam einen Schreck. Zögerlich begann ich zu lesen und dann hörte ich nicht mehr auf. Es entstand umgehend das vibrierende Gefühl in einer fernen Abenteuerwelt daheim zu sein, obwohl ich genauso wenig jemals dort war wie der Autor selbst, Karl May. Den überraschenden Eindruck, dass das Lesen intensivere und brennendere Erfahrungen vermitteln kann als das eigene Erleben, das habe ich in diesen Weihnachtstagen erstmals gespürt.

Naseen Kiliani, geb. 1972, KĂĽnstlerin
Durch die Wüste steht exemplarisch für all die Bücher von Karl May. Karl May-Bücher waren die größte Leseleidenschaft meiner Kindheit. Bei meinen Altersgenossen war das total „out“. Meine Vater gab mir den ersten Band. Die ersten Leseversuche scheiterten, denn die ersten 40 Seiten von Durch die Wüste gehen über irgendetwas zum Einschlafen Langweiliges wie die Beschreibung von Hadschi Halef Omars Bart und Ahnenreihe oder so. Doch dann… Ich las sie immer und immer wieder, nächtelang mit Kerze und verstopftem Schlüsselloch und Türspalt, damit es meine Eltern nicht merkten. Sie merkten es aber trotzdem manchmal! Ich frage mich heute noch wie.

Dr. Tanja Kinkel, geb. 1969, Schriftstellerin
Ich war sechs Jahre alt und hatte gerade erst Lesen gelernt, als ich mir „Winnetou I“ aus der väterlichen Bibliothek schnappte und als ich damit fertig war, griff ich sofort zu „Winnetou II“. Ich bin mit den grünen Bänden zum Frühstück, in den Garten, auf die Toilette und ins Bett gegangen. Intschu-tschuna und Nscho-tschi waren die ersten Menschen, um die ich je geweint habe, und ich fantasierte mich mit Hadschi Halef Omar durch die Wüste. Als ich als Teenager dahinterkam, dass Karl May keines dieser Länder selbst besucht hatte, als er die Geschichten schrieb, war ich keineswegs enttäuscht, sondern beeindruckt. Er hatte sich durch seine Fantasie und ein paar Lexika aus seiner wilhelminischen Misere freigeschrieben! Für eine Jugendliche, die selbst Autorin werden wollte, war das geradezu vorbildlich. Außerdem nahm es Halef mit der Faktentreue auch nie so ganz genau; in ihm, nicht in den heroischen Ich-Erzählern Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand, haben wir ein Selbstporträt des Autors, und auch deswegen ist mir der kleine Hadschi mit dem Hang zur Übertreibung, der großen Erfindungsgabe und dem unzerstörbaren Optimismus die liebste Karl-May-Figur.

Hans Hellmut Kirst 1914 - 1989, Schriftsteller
Dieser Karl May ist - was einige nicht wahrhaben wollen - eine sehr starke Persönlichkeit. Vermutlich ist er gar kein Schriftsteller ‚für die Jugend‘, sondern einer für jene, die sich ‚das Jugendliche bewahrt haben‘…

Egon Erwin Kisch 1885 - 1948, Journalist
Karl May war das Ideal meiner Knabenzeit gewesen.

Karl May war ohne Mitwirkung der Kritik, ohne Zeitungsreklame Haupt einer vieltausendköpfigen Lesegemeinde, zu ihrem Heros und zu einer populären und allgemein interessanten Persönlichkeit geworden.

Dr. Thomas Klestil 1928 - 2004, österreichischer Bundespräsident (1992-2004)
Fremde Völker und die weite Welt haben mich fasziniert. Geld für Bücher hatten wir damals nicht, also ging ich in die Bibliothek des Salesianerklosters. Ich las alle Karl-May-Bände ...

Miroslav Klose, geb. 1978, FuĂźballprofi (z. B. 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen, Bayern MĂĽnchen und Lazio Rom) und deutscher Nationalspieler (2001-14)
Auf die Aufforderung von FOCUS: „Hier können Sie drei Bücher loben…“ antwortete er: „Astrid Lindgren: »Michel aus Lönneberga«, Karl May »Winnetou«, Muhammad Ali »Mit dem Herzen des Schmetterlings« .“

Dr. Ekkehard Koch, geb. 1948, Geophysiker, Ministerialrat fĂĽr Natur und Umweltschutz a.D. (NRW)
So kann man aus Winnetou IV Rückschlüsse ziehen: einmal auf Mays Zeit, zum anderen auf seine subjektive Wirklichkeitsbetrachtung, und es muss zusätzlich zugegeben werden, dass May hier eine Erkenntnis einer höheren Wirklichkeit vermittelt. Er war so, als Sur-Realist, in mancher Hinsicht Vorläufer von Kafka.

Dr. Helmut Kohl, geb. 1930, Politiker (CDU), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (1969-76), Bundeskanzler (1982-98)
Ich las als Schüler übrigens mit wachsender Begeisterung die Abenteuer- und Reiseromane von Karl May. Die Handlungen zogen mich ebenso in den Bann wie die originellen Helden: Winnetou ist mir wohl deshalb so lebhaft in Erinnerung geblieben, weil mich seine Freundschaft mit dem weißen Jäger Old Shatterhand beeindruckte. Ähnlich verhält es sich mit Karl Mays Roman Ardistan und Dschinnistan. „Die Erde sehnt sich nach Ruhe“, heißt es da, „die Menschheit nach Frieden, und die Geschichte will nicht mehr Taten der Gewalt und des Hasses, sondern Taten der Liebe verzeichnen“. Das entsprach meinen Wunschvorstellungen, mit denen ich während des Dritten Reichs und im Zweiten Weltkrieg Karl May gelesen habe.

Teddy Kollek 1911 - 2007, BĂĽrgermeister von Jerusalem (1965-93)
Allerdings bin ich von jeher ein begeisterter Leser gewesen, und das Idol meiner Kindheit war Winnetou, der stoische Apachenhäuptling aus den Karl-May-Romanen.

Heinz G. Konsalik 1921 - 1999, Schriftsteller
Wie man den kleinen Sachsen aus Radebeul auch ansehen mag (es ist fast wie bei Wagner): Jedes Leben hat Sonnen- und Schattenseiten, und wenn die Sonnenseiten überwiegen, dann soll man die Schatten nicht allzu schwarz malen. Karl May hat Generationen von Jungen (und Mädchen) Spannung und Miterleben von Abenteuern gegeben, er hat auch die Erwachsenen zu fesseln vermocht, er war ein „Volksschriftsteller“ und kein Literat und ist dennoch in die sogenannte Unsterblichkeit eingegangen, während viele „Literaten“ vergessen sind.

Henner Kotte, geb. 1963, Schriftsteller

Nennen Sie mir einen sächsischen Autor von Weltgeltung! Es überlebt einzig Karl May. Als Leipziger muss man ihn lieben. Denn ohne Leipzig gäbe es ihn nicht. Die Stadt hat ihn quasi zum Autor erst gemacht. Hätte Karl May am Thomaskirchhof nicht den Mantel geklaut, wäre er nicht ins Gefängnis gelangt und hätte dort nicht seine ersten Romane entworfen. Ohne Leipzig keinen Winnetou, keinen Old Shatterhand, aber auch keinen Pierre Brice und keinen Gojko Mitic. Wer möchte darauf verzichten? So weltfremd sind seine Geschichten nicht. Und seit je verehrt man den Mut von Hochstaplern. Karl May hätte ein Denkmal in dieser Stadt verdient.

Richard von Kralik Ritter von Meyrswalden 1852 - 1934, österreichischer Schriftsteller und Kulturphilosoph
Karl May verdient es indes, in die Unsterblichkeit der Weltliteratur einzugehen und es ist im Interesse deutscher Kunst sehr zu wünschen, dass sich eine Gemeinde von Karl-May-Kennern mit diesem Problem andauernd beschäftigt ...
Das eine erscheint mir unbestreitbar, dass im Reigen der Reiseerzähler Karl May eine der bedeutendsten Persönlichkeiten ist.

Hansi Kraus, geb. 1952, Schauspieler
Ich muss Karl May lesen, ich habe erst 48 Bände gelesen, und mein Freund lacht immer, weil er schon alle gelesen hat. (1966, da war er 14.)

Sonya Kraus, geb. 1973, Fernsehmoderatorin
Ich habe sie gelesen, ich habe sie verschlungen die BĂĽcherÂ…

Helmut Krausser, geb. 1964, Schriftsteller
Wegen Karl May bin ich zum Verbrecher geworden. Frisch auf dem Gymnasium angekommen, als Zehnjähriger, entdeckte ich einen geheimen und unversperrten Zugang zur Schulbibliothek. Mehrmals pro Woche stieg ich ein und stahl mir meinen nächsten Band - ohne jedes Unrechtsbewusstsein, wie ich dazu sagen muss. Ich wollte diese Bücher haben, besitzen, um immer wieder in ihre Landschaften flüchten zu können. Das ist lange her, und ich müsste den großartigen Eindruck von damals wieder mal überprüfen.

Winfried Kretschmann, geb. 1948, Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden Württemberg (seit 2011)

Ich habe Karl May verschlungen, vor allem Winnetou - mein Vater hat mich sogar so genannt. Meine Lieblingsfigur war aber immer Nscho-tschi, seine Schwester. Der Indianer von Karl May ist der edle Wilde von Rousseau, deswegen lieben die Deutschen die Indianer.“

Manfred Krug 1937 - 2016, Schauspieler
Karl May hat meine Kindheit versĂĽĂźt, neben meiner Oma. Auf den lasse ich nichts kommen.

Mike Krüger, geb. 1951, Komiker, Kabarettist und Sänger

Historiker haben diese Woche herausgefunden, dass die Werke von meinem Lieblingsautor Karl May seinerzeit vom Vatikan auf den Index fĂĽr verbotener BĂĽcher gesetzt werden sollten. Okay, ich gebe zu, also Karl May war nicht ganz astrein. Er hat ĂĽber Indianer geschrieben, obwohl er nie in Amerika war, andererseits schreibt der Papst ja auch ĂĽber Sex.

Hans-Joachim Kulenkampff 1921 - 1998, Schauspieler und Fernsehmoderator
Lesen war immer ein Abenteuer fĂĽr mich. In meiner Kindheit sogar ein doppeltes. Mit der Taschenlampe heimlich unter der Bettdecke und mit der Angst erwischt zu werden durchÂ’s wilde Kurdistan.

Michael KumpfmĂĽller, geb. 1961, Journalist und Schriftsteller
Es folgte dann eine lange Karl-May-Phase, wobei ich lieber die arabischen Geschichten gelesen habe als jene aus dem Wilden Westen.

Oskar Lafontaine, geb. 1943, Politiker (SPD, später Die Linke), Ministerpräsident des Saarlands (1985-98), SPD-Vorsitzender (1995-99), Bundesminister der Finanzen (1998-99) Parteivorsitzender Die Linke (2007-10)
Wir alle sind Winnetous Erben. Old Shatterhand, Winnetou, Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar, der Hobble Frank und die Tante Droll: Welcher Junge kennt sie nicht, diese Helden des 19. Jahrhunderts? Karl May, das ist ein Volksklassiker, der klassenlose deutsche Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Seine Fangemeinde ist riesig. Zu ihr zählen Arno Schmidt und Ernst Bloch, aber auch „Lieschen Müller und Egon Mustermann“. In der ehemaligen DDR war er von der Staatsmacht nicht gerne gesehen. Es wurde zum Abenteuer, seine Abenteuerromane zu lesen. Er zog an - wie vieles Verbotene. Seine Lesebücher gehören zum gemeinsamen emotionalen Bestand der Nation. Wiederentdeckt werden aber müsste auch der andere Karl May. Der Karl May für Erwachsene, der Karl May von Ardistan und Dschinnistan. Hier fehlt der übertrieben missionarische deutsche Ton. Nachdem er - lange Zeit nach den Reiseerzählungen - den Orient und Amerika tatsächlich besucht hatte, war ihm die Fantasie versperrt. So begann er die Reise in das Innere des Menschen. So paradox es klingt: Wirklich realistisch wurde er erst da, wo die Fantasie mit ihm durchging. In der Symbolik seines Alterswerkes. Das zu lesen lohnt heute wieder.

Karl Lagerfeld, geb. 1933, Modeschöpfer
Als Junge hatte ich 60 Karl-May-Bände, die ich immer an meine Schulfreunde ausgeliehen habe.

Leonard Lansink, geb. 1956, Schauspieler (Wilsberg)
Seine Bücher haben mich durch meine Kindheit begleitet. Du warst plötzlich in einer anderen Welt, das eigene Zimmer, das Bett, alles war dann ganz weit weg. Mein Opa hat mir die Bücher damals geschenkt, und ich war von der ersten Zeile an süchtig.

Markus Lanz, geb. 1969, TV-Moderator und Talkmaster
Old Shatterhand - das ist einer der Helden meiner Jugend.
Ich habe das geliebtÂ… und dass Winnetou am Ende stirbt, habe ich bis heute nicht verkraftet.

Siegfried Lenz 1926 - 2014, Schriftsteller
Â…wir konnten das Ende des Unterrichts kaum erwarten, stĂĽrzten nicht nach Hause, um mit Robinson Crusoe eine Palisadenwehr zu errichten, mit Lederstrumpf zu streifen oder Winnetous feucht gewordenes Pulver zu trocknen;Â…

Michael Lerchenberg, geb. 1953, Kabarettist, Intendant, Schauspieler
Winnetou gehörte zur Allgemeinbildung, sonst konnte man auf dem Schulhof nicht bestehen. Schon in der Grundschule hatten meine Schulfreunde die Bücher gelesen und spielten sie in den Pausen nach - einmal auch den Tod des Indianers auf der Schultreppe zum Radlkeller. Keiner wollte sterben - also niemand Winnetou spielen. Die haben nicht kapiert, dass das eine gute Rolle ist. Also hab ich sie übernommen, obwohl ich die Bücher damals noch nicht kannte.

Ursula von der Leyen, geb. 1958, Politikerin (CDU), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und  Jugend (2005-09), Bundesministerin für Arbeit und Soziales (2009-13), Bundesministerin für Verteidigung (seit 2013)
Auf die Frage „Haben Sie als kleines Mädchen von großen Stars geträumt?“: Winnetou. Der war großartig. Als Kind träumte ich davon, Winnetous Schwester Nscho-tschi sein zu können.

Karl Mays Romane haben bei unzähligen jungen Menschen die Lust am Lesen geweckt.

Karl Liebknecht 1871 - 1919, Politiker (SPD)
Aus einem Brief:
Besten Dank für die Übersendung der Lanze für Karl May! Großartig, wie der Karl-May-Verleger mit dem ‚Deutschen Willen’ Ferdinand Avenarius abrechnet! Mich freut dies besonders, weil ich ja die Karl-May-Bücher seit Jahren schätze und immer wieder gern lese.

Konrad Paul Liessmann, geb. 1953, österreichischer Professor für Philosophie und Ethik, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist
Er ist einer der wenigen Schriftsteller, von denen ich fast alles gelesen habe. Die Faszination liegt in den Identifikationsmöglichkeiten mit den Heldengestalten und den Spannungsbögen, die sich im Fall der Orient-Romane über 3.500 Seiten erstrecken können. Er lehrte einen das Lesen mehrbändiger Werke. … Sein Eintreten für die Indianer war purer Antiimperialismus. Er hat sich in einer Trilogie mit der Sklaverei auseinandergesetzt, er war der Erste, der ein positives Bild des islamischen Orients gezeichnet hat. All das kann man nicht hoch genug veranschlagen.

Nicolas Lindt, geb. 1954, Schriftsteller und Journalist
Als Kind war es Winnetou - jetzt ist es Karl May selbst, der mein Mitgefühl weckte; ich konnte mich immer besser in ihn hineinfühlen, und ich glaube ihn zu verstehen. Sein Appell an die Menschlichkeit ist mir vertraut, und ich weiß auch, dass er Menschlichkeit nicht nur im humanitären Sinn auffasste, sondern im eigentlichen, tieferen Sinn des Begriffes: darin, dass der Mensch zu sich selbst findet.

JĂĽrgen von der Lippe, geb. 1948, Entertainer, Showmaster
Winnetou ist unsterblich, und für die Fans ist die Präsenz von Karl May immer gegeben. Er sei ein großer Westernfan und mit Karl May aufgewachsen.

Erich Loest 1926 - 2013, Schriftsteller („Swallow, mein wackerer Mustang“)
Solch ein Naturtalent wird nur alle hundert Jahre geboren.

Heinrich Lübke 1894 - 1972, Politiker (CDU), Bundespräsident (1959-69)
In meiner Kindheit bin ich durch Karl May an Kanada gekommen. Damals war ich sieben Jahre alt. Heute ist das anders. (1967 beim Staatsbesuch in Kanada)

Paul Maar, geb. 1937, Kinderbuchautor, Illustrator, Ăśbersetzer, Drehbuch- und Theaterautor
Im Gegensatz zu meinen Freunden, die am liebsten die Karl-May-Bände lasen, deren Schauplatz der Wilde Westen war, bevorzugte ich die im Orient angesiedelten Geschichten. Vielleicht hat das unbewusst auf eigene „morgenländische“ Geschichten abgefärbt. Manchmal zitiere ich aber auch sehr bewusst. Karl-May-Kenner werden schnell erkennen, wie der kleine Muhar aus „Der verborgene Schatz“ zu seinen vielen Vornamen kam. Er heißt nämlich „Muhar ben Hadschi Abbul Abbas Ibn Hadschi Davud al Gossarah“.

Armin Maiwald, geb. 1940, Regisseur, TV-Produzent, Mit-Erfinder der Sendung mit der Maus
Armin Maiwald hat beim bundesweiten Vorlesetag 2008 im Literaturhaus Köln Kindern vorgelesen. Die ersten Bücher, die der kleine Armin in die Hände bekam, waren, ganz klassisch, die von Karl May, zerlesene Exemplare, ausgeliehen von Mitschülern, die „das Glück hatten, das da noch etwas übrig war. Die Leselust war dann schnell geweckt, er las alles, was er bekommen konnte, nur spannend musste es sein.

Dr. Thomas de Maizière, geb. 1954, Politiker (CDU), Bundesinnenminister (2009-11 und seit 2013), Bundesverteidigungsminister (2011-13)

Karl May - damit verbinde ich Geschichten und Orte, die die Phantasie anregen, Figuren, die als Vorbild, gerade fĂĽr junge Leser dienen und Freundschaften, die bedingungslos und ehrlich sind.

Heinrich Mann 1871 - 1949, Schriftsteller
Ich höre, dass Karl May der Öffentlichkeit so lange als guter Schriftsteller galt, bis irgendwelche Missetaten aus seiner Jugend bekannt wurden. Angenommen aber, er hat sie begangen, beweist mir das nichts gegen ihn, vielleicht sogar manches für ihn. (...) Jetzt vermute ich in ihm erst recht einen Dichter!

Thomas Mann 1875 - 1955, Schriftsteller, Literaturnobelpreis 1929
Danach zu urteilen, was über ihn in den Zeitungen stand, muss er ein gar nicht uninteressanter Charlatan sein, den aufs Podium zu bringen am Ende kein so übler Gedanke von Ihnen war. Soll er nicht Räuberhauptmann gewesen sein? Ich glaube, ich würde mir ein Billet kaufen.

Sandor (Alexander) Marai 1900 - 1989, Erzähler (der „ungarische Thomas Mann“)
Er wurde beschimpft, dass er weder im Westen noch im Osten gewesen ist, und dass alles, was er in der ersten Person Einzahl geschrieben hat, aus seinen Fingern gesogen war. Kann man ein besseres Lob für einen Autor finden? Die hohe Literatur wendet sich vom Abenteuerschreiber ab, für den im Leben nicht die Reise, nicht die Haft und nicht die Rothäute, sondern das Schreiben das echte Abenteuer war...

Giwi Margwelaschwili, geb 1927, Schriftsteller, Philosoph
„Schon als Kind habe er Karl May nur unter einem Tisch gelesen, ihn mit Decken zur Höhle ausgebaut, um ganz eins zu werden mit der Bücherwelt“, sagte der Ontotextologe im August 2008 der Berliner Morgenpost.

Dr. Gerhard Melzer, geb 1950, Professor fĂĽr Germanistik, Leiter des Literaturhaus Graz
Ich habe durchaus altersgemäß gelesen, also zunächst auch das, was man damals als „Schund“ bezeichnet hat: Comics und Heftchenliteratur, Jerry Cotton und andere Krimis, Abenteuer- und Wildwestromane und natürlich Karl May.

Christoph Metzelder, geb 1980, FuĂźball-Profi (u. a. Borussia Dortmund, Real Madrid, Schalke 04, deutsche Nationalmannschaft 2001-08)
(Ich habe) diese Bücher in meiner Kindheit selbst sehr, sehr gerne gelesen. Karl May hat mich geprägt. Und ich finde es äußerst wichtig, Kinder zum Lesen zu bringen, weil das für ihre Entwicklung eine ganz entscheidende Sache ist. Denn sobald die Fantasie ins Spiel kommt, steht dir beim Lesen die ganze Welt offen.

Gojko Mitić, geb. 1940, Schauspieler, Winnetou-Darsteller in Bad Segeberg (1992-2006)
Karl May hat im Grunde mein ganzes Leben bestimmt. Als Junge verschlang ich seine Bücher, was mein Interesse für die Indianer weckte. So war es ein Glücksfall, dass ich ab 1963 in meiner jugoslawischen Heimat in mehreren westdeutschen Film-Produktionen wie „Old Shatterhand“ mitspielen konnte. Dadurch wurde die DEFA auf mich aufmerksam und engagierte mich ab 1966 für 13 ihrer Indianerfilme.

Felix Mitterer, geb. 1948, österreichischer Dramatiker, Schauspieler, Theater-, Hörspiel- und Drehbuchautor
Ich entdeckte in der Pfarrbibliothek in Kirchberg/Tirol die Bücher von Karl May. Alle verschlungen, die orientalischen wie die wild-westlichen, Schulkameraden ebenfalls zur Lektüre verführt, in den Wald aufgebrochen zu Indianerspielen, nie jemanden selber überwältigt, da zu schmalbrüstig und schwach, aber nur ein einziges Mal am Marterpfahl gelandet, denn ich war einfach zu schnell und unauffindbar im Unterholz.

Michael Mittermeier, geb. 1966, Comedian
Ich habe es nie verarbeitet, dass ich nicht Old Shatterhand geworden bin.

Dieter Moor, geb. 1958, TV-Moderator, Schauspieler und Autor
Meine schönste Leseerfahrung: zweifellos die langen schlaflosen Nächte mit Taschenlampe und „Winnetou“ unter der Bettdecke.

Frederic Morton 1924 - 2015, österreichischer Schriftsteller
Noch heute, abgebrühter und zynischer Flüchtling, der ich bin, schlage ich mit Freuden einen May-Band auf und verfolge, wie Old Shatterhand die falsche Spur legt, an der der mordlustige Goldsucher scheitert. Ich bin in den Händen eines Meisters seines Faches. Er wird mich nicht bereichern durch tiefschürfende Erkenntnisse, aber durch ein paar heilkräftige packende Szenen beglücken. Ein paar jungenhafte Minuten lang glaube ich wieder daran, dass das Leben kein Trauerspiel ist, sondern ein Abenteuer.

Erich MĂĽhsam 1878 - 1934, Schriftsteller
Ich will eine Kanaille heißen, wenn ich je leugnen sollte, dass mich, als ich Quartaner war, Winnetou, Die Sklavenkarawane und Der blaurote Methusalem verdammt mehr begeistert haben, als alle Heldenstudien des Cornelius Nepos zusammengenommen. Wenn es wahr ist, dass Karl May als junger Mensch Räuberbanden organisiert hat, so beweist das gar nichts gegen seine schriftstellerischen Fähigkeiten, erklärt aber viel von seiner phantastischen Erfindungskunst und erweist all sein in den Büchern behauptetes Erleben als innerlich wahr. Sein Abenteurertum - meinetwegen nennts seinen verbrecherischen Instinkt - hat sich eben in späteren Jahren vergeistigt, sein Tatendrang hat sich in Phantasie umgesetzt, und wir Jungen hatten den Vorteil froher Erregungen und kühner Vorstellungsbilder davon, die unsere besten Pädagogen mit der Durchkäuung klassischer Dramen nur unter Schweißverlust wieder eliminieren konnten.

Hanspeter MĂĽller- Drossaart, geb. 1955, Schweizer Schauspieler
Es hat was Verbotenes gehabt, es hat geheiĂźen, die wo Karl May lesen werden lesesĂĽchtig.

Armin MĂĽller-Stahl, geb. 1930, Schauspieler und Schriftsteller
Ich habe dann Karl May ... gespielt, mit echten Pistolen! Henry-Stutzen habe ich da drauf geschrieben. ... Kindlicher Übermut war’s. Ich habe den ganzen Krieg über Karl May gespielt, bis zu den allerletzten Tagen. ... Ich wäre gern Winnetou gewesen. Es tat mir immer leid, dass ich nie Winnetou war.

Robert MĂĽller 1887 - 1924, Schriftsteller
Weisheit ist nie fade und getragen, sie lächelt, sie lacht und flicht an bunten Sachen lehrreiche Beispiele ein. Die Weisheit ist immer und ewig amüsant, schlau, lustig und ein wenig mit der Bosheit der Güte befreundet - just so wie Karl May es gewesen ist.

Anne-Sophie Mutter, geb. 1963, Violinistin
„Karl May - das war einmal meine Lieblingslektüre: Ich habe alles von ihm gelesen“, sagte die Musikerin in einem Interview mit dem Magazin Cicero.
Als Zehn- und Elfjährige sei sie von diesen Büchern „hingerissen“ gewesen. In ihnen werde die „wunderbarste Welt“ geschildert, so dass die Romane eine „schöne Flucht aus dem Alltag“ seien.

Andrea Nahles, geb. 1970, Politikerin (SPD), Bundesministerin fĂĽr Arbeit und Soziales (seit 2013)
Mein Idol war mein Großvater Anton. Ja, und natürlich Winnetou, der schöne, edle und gute Kämpfer.

RĂĽdiger Nehberg, geb. 1935, Survival-Experte, Fachbuchautor
Als Junge habe ich Karl May gelesen und damals gedacht: Den Indianern will ich helfen.

Silvia Neid, geb. 1964, Bundestrainerin der deutschen FrauenfuĂźball-Nationalmannschaft (2005-16)
Auf die Frage von FOCUS: „Als Kind wollten Sie sein wie...?“ antwortete sie: „Winnetou.“

Robert Neumann 1897 - 1975, Schriftsteller
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich Karl May verschlang. Ich muss damals zehn Jahre alt gewesen sein, als ich, Butterbrote essend, auf dem Teppich lag und einen Karl May nach dem anderen las. Dazwischen überlegte ich, welchen Lebensweg ich nun wählen sollte: Butterbrote essend diesen herrlichen Autor zu lesen - oder zu leben gleich Winnetou und Old Shatterhand?

Dirk Niebel, geb. 1963, Politiker (FDP), Bundesminister fĂĽr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2009-13)
Â…wollte als Kind sein wie Winnetou.

Erik Ode 1910 - 1983, Schauspieler (Der Kommissar)
…antwortete auf die Frage, ob er in seiner Jugend Karl May gelesen habe: „Mit Begeisterung!“

Amand von OzorĂłczy 1885 - 1977, Burgschauspieler
Wollte man seinen ganzen Sinn in zwei Worte einfangen, so wären es die, die Karl May in seinem Orient von allen zuerst und zuletzt gehört hat: Salem aaleikum - Friede sei mit dir!

Kurt Palm, geb. 1955, österreichischer Autor und Regisseur
Ich habe kürzlich wieder mit Karl May begonnen und dazwischen „Seelenarbeit“ von Martin Walser gelesen. Das sind interessante Kombinationen.

Alfred Paffenholz 1937 - 2002, Kulturredakteur beim Rundfunk (Radio Bremen)
Denn die Lektüre von Karl May war für mich niemals - auch nicht als Zehnjähriger - nur Flucht aus dem Alltag und Sturm ins Abenteuer; nein, es war stets auch Beschäftigung mit sehr existentiellen Fragen, mit Leben und Tod, Arm und Reich, Gewalt und Opfer, Revolution und Unterdrückung, Mitleid und Nächstenliebe - mit Religion, Theologie, Kirche, Gott. Die Blochschen Fragen: „Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns?“ haben mich früh schon umgetrieben; die ersten Antworten bekam ich im katholischen Religionsunterricht und - ich weiß, es klingt erstaunlich - von Karl May.

Kai Pflaume, geb. 1967, Fernsehmoderator
Zum ersten Mal kam ich mit Karl May in Kontakt, als ich acht oder neun Jahre alt war. Da habe ich aus dem Bücherschrank meiner Großeltern den ersten Band „Winnetou“ gelesen. Mit zwölf kam dann mein Lieblingsbuch „Durchs wilde Kurdistan“. Mit meiner Lieblingsfigur Hadschi Halef Omar. Er war mir sofort sympathisch, weil er so anders war und viel mehr Facetten hatte. Winnetou, Old Shatterhand und all die anderen - das waren große Helden, die immer das Richtige zum perfekten Zeitpunkt getan haben. Hadschi Halef Omar, klein und schmächtig, hat zwar nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen, hat dafür aber stets einen selbstbewussten Spruch auf den Lippen. Besonders schön fand ich, dass man in den Romanen von Karl May sehr viel über die Länder erfahren hat, seine Beschreibungen waren sehr detailreich und genau. Vielleicht war das auch die Sehnsucht eines Kindes in der DDR, das endlich mal etwas über die eigenen Grenzen hinaus erfahren wollte. Ich habe bestimmt zwei Drittel der Karl-May-Bücher gelesen, gern abends mit der Taschenlampe unter der Bettdecke.

Josef „Sepp“ Piontek, geb. 1940, ehem. deutscher Fußballspieler und Trainer, u. a der dänischen Nationalmannschaft, - der „Der Karl May des Fußballs“ (Neue Zürcher Zeitung)
Der Durst nach Abenteuer war’s, der Piontek antrieb, „wo sonst als im Fußball hätte ich so viel erleben können?“. Der Lust nach Neuem gab er auch nach, als er in den neunziger Jahren wenige Monate in Saudiarabien arbeitete: Er sei Fan von Karl May, sagt Piontek, „oben, in meinem Zimmer, stehen 70 Bände, ich habe alle gelesen, viele spielen in arabischen Landen, und das wollte ich doch sehen, mit eigenen Augen“. Sie strahlen, die Augen, so hell, als werde Piontek jung und jünger, wenn er im Früher schwelgt.

Karl Popper 1902 - 1994, österreichisch-britischer Philosoph
„Wie viele Kinder im deutschsprachigen Raum, war der junge Karl auch ein begeisterter Leser von Karl May, über den er noch als Erwachsener stundenlang plaudern konnte.“ (In: Robert Zimmer und Martin Morgenstern: „Karl R. Popper. Einführung in Leben und Werk“ 2015)

Dr. Erwin Pröll, geb. 1946, österreichischer Politiker (ÖVP) Landeshauptmann von Niederösterreich (seit 1992)
Auch ich gehöre zu jenen, die in ihren Bubentagen mit glühenden Ohren die Bücher mit den Abenteuern Winnetous und Old Shatterhands verschlungen haben.

Lieselotte Pulver, geb. 1929, Schauspielerin
Ihren ersten großen Kinoerfolg feiert die Schweizerin, die gerne Karl-May-Schmöker las, in Deutschland im 1950 produzierten Bergsteigerdrama „Föhn“... (The Epoch Times Deutschland, Oktober 2009)

Freddy Quinn, geb. 1931, Sänger und Schauspieler
Ich verbinde mit Karl May viele Jugendträume. Die Abenteuer der Indianer und Cowboys haben jede Generation von Kindern und Jugendlichen, aber auch viele Erwachsene immer wieder in ihren Bann geschlagen. (...) Darüber hinaus hat mir in den Büchern Karl Mays gefallen, wie er für mehr Toleranz unter den Menschen wirbt. Sensationell sind seine guten und plastischen Beschreibungen der Schauplätze; ich bin oft in Amerika gewesen und habe das immer wieder bestätigt gefunden. Karl May war ein sehr sorgfältig recherchierender Schriftsteller.

Lutz Rathenow, geb. 1952, Lyriker und Prosaautor
Mays Orient-Romane mit Kara Ben Nemsi waren für mich absolute Kult-Schmöker. Die habe ich wirklich verschlungen. Dagegen fand ich die Amerika-Romane weniger interessant.

Marcel Reich-Ranicki 1920 - 2013, Literaturkritiker

Jeder außerordentliche Erfolg hat Gründe, die nicht immer leicht zu erkennen sind. Der wichtigste im Fall Karl May: Seine Phantasie ist, ich gebe es zu, bewundernswert. Denn er ist nach Nordamerika und auch in den Vorderen Orient erst dann gereist, als schon die meisten seiner Bücher veröffentlicht waren. Und er beherrschte die Kunst, spannende Geschichten zu schreiben. Trivialliteratur? Ja, aber alles in allem war er doch ein beachtlicher, ein, man muß es zugeben, erstaunlicher Erzähler.

Hans Reimann 1889 - 1969, Schriftsteller, Dramatiker und Drehbuchautor

Gesetzt den Fall, Karl May wäre noch am Leben: Wahrscheinlich schriebe ich sehr nett über ihn. Denn man müsste ihn in Schutz nehmen. Kübelweise bewarfen ihn Pharisäer mit Dreck. Und ihre hautsächlichen Argumente waren: Er habe sich den Doktortitel angemaßt; er habe die von ihm geschilderten Länder nie gesehen, und er verderbe die Jugend. - Den Doktortitel hat er sich tatsächlich angemaßt; die von ihm geschilderten Länder hat er erst gesehen, nachdem er sie geschildert hatte, und vom Hotelzimmer aus hat man im Allgemeinen keine aufregenden Erlebnisse; aber die Jugend hat er wahrlich nicht verdorben - im Gegenteil! Und heute? Heute sollte man zumindest ebenso nett über ihn schreiben - schon um der vielen schönen Stunden willen, die man ihm zu danken hatte, als man noch auf die Penne ging und seine Werke verschlang.

Erwin Ringel 1921 - 1994, Psychiater
Karl May hat uns mit seiner Fantasie die Begegnung mit einer Welt beschert, die fĂĽr uns wirklicher geworden ist, als jede Wirklichkeit. In diesem Sinn hat er uns fĂĽr alle Zeit gelehrt, welche weltbewegende Kraft die Fantasie ist.

Joachim Ringelnatz 1883 - 1934, Schriftsteller
Es trafen sich von ungefähr / Ein Wolf, ein Mensch sowie ein Bär, / Und weil sie lange nichts gegessen, / so haben sie sich aufgefressen. / Der Wolf den Menschen, der den Bär, / Der Bär den Wolf. - Es schmeckte sehr / Und blieb nichts übrig, als ein Tuch, / Drei Haare und ein Wörterbuch. / Das war der Nachlass dieser drei. / Der eine Mensch, der hieß Karl May.

Romano (= Roman Geike), geb. 1977, deutscher Sänger und Rapper

Karl May ist eine Inspirationsquelle fĂĽr mich. Er war nie in Amerika, hat darĂĽber aber groĂźartige Romane geschrieben. Man muss also nicht ĂĽberall gewesen sein, man hat schon alles in sich.

Roda Roda 1872 - 1945, Schriftsteller
Wenn ein Buch langweilig ist, und man darf gähnen, ist es dumm, ist ein Buch langweilig und man darf nicht gähnen, ist es literarisch. - Weit zahlreicher als die verkannten Genies sind die durchschauten Dummköpfe. Die undurchschauten Dummköpfe unserer Afterbranche müssen zu Karl May neidisch aufblicken, weil er Fantasie hat.

Peter Rosegger 1843 - 1918, österreichischer Schriftsteller
So verschieden unsere literarischen Formen sind, unsere Seelen haben viel Gemeinsames.
Ich bin der Ansicht, hätten wir ihn nicht, wir müssten nach einem, der ihn zumindest ähnlich ist, auf die Suche gehen.

Claudia Roth, geb. 1955, Politikerin (BĂĽndnis 90/Die GrĂĽnen), Bundesvorsitzende (2001-02 und 2004-13)
Als Kind träumte ich mich in die weite Welt von Winnetou, Old Shatterhand, Nscho-tschi und Kara Ben Nemsi. - Bei mir hing als junges Mädchen zunächst Winnetou im Zimmer, dann irgendwann Che Guevara. - An meinem neunten Geburtstag schenkten meine Eltern mir die Bände I bis III von Karl Mays „Winnetou“. Besessen las ich sie; auch, wie dort dann die Guten starben, Winnetou und Nscho-tschi. Das beschäftigte mich so stark, dass einige Tränen kullerten, dass ich weder essen noch schlafen wollte. Meine Eltern erlaubten mir deshalb sogar, einen Tag der Schule fernzubleiben, um es zu verdauen. Das hielt mich aber nicht davon ab, immer weiter und mehr von Karl May zu lesen, im Gegenteil, es war um mich geschehen. Ich folgte seinen Helden vom Rio de la Plata bis durchs wilde Kurdistan.

Harry Rowohlt 1945 - 2015, Ăśbersetzer, Schriftsteller und Schauspieler
Ich hab geweint, als Winnetou starb!

Dr. Claus Roxin, geb. 1931, Professor für Strafrecht, langjähriger Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft
Und doch sind die umfangreichen Romane seines letzten Lebensjahrzehnts (die Schlussbände des Silbernen Löwen, Ardistan und Dschinnistan, auch Winnetou IV) nicht nur die überragenden Gipfelleistungen seiner quantitativ gewaltigen Produktion, die einzigen seiner Werke, die strengen literar-ästhetischen Maßstäben standhalten; der vielbödig-visionäre Symbolismus seines Alterswerks verdient auch in der deutschen Literatur dieses Jahrhunderts den Ehrenplatz, der den Arbeiten Mays trotz ihrer fortdauernden Lebenskraft bisher vorenthalten geblieben ist. Der Kunstwerkcharakter der Altersromane, der auch von der ersten Generation der nach dem Tode Mays einsetzenden ‚Forschung‘ durchaus verkannt worden ist, überhaupt erst einmal sichtbar zu machen und dem Verständnis dieser abseitigen, literarisch ohne Vorbild und Nachfolge dastehenden Meisterwerke vorzuarbeiten, ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben, die sich die Karl-May-Gesellschaft gestellt hat.
Der ästhetische Reiz der späten Romankonstruktionen Mays beruht vor allem auf ihrer literarischen Technik. (...) Durch die mit einigem artistischem Raffinement arrangierte Verschränkung und Übereinanderblendung der verschiedenen Handlungsebenen (entsteht) ein mehrschichtiges, in vielfältigen Bedeutungen schillerndes Beziehungsgeflecht von nicht geringer literarischer Kühnheit und Modernität.

Heinz RĂĽhmann 1902 - 1994, Schauspieler

Auf die Frage der „Berliner Börsenzeitung“, was Filmstars lesen: Abenteuer- und Reisebücher. Karl May nicht ausgeschlossen! (1932)

Ich lese ihn (Karl May) immer noch gern. (1966)

Dr. Jürgen Rüttgers, geb. 1951, Politiker (CDU), Bundesminister (1994-98), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (2005-10)

In den Geschichten von Karl May habe ich den Inbegriff von Freundschaft erlebt und deren wohl edelsten Ausdruck: die Treue. Ist einer der Freunde in Not, kommt der andere nicht zur Hilfe, nein, er eilt zur Hilfe. Das Abenteuer ist nie fern in seinen Geschichten und wird - gegen alle Widersacher - zu einem guten Ende gebracht. Karl May lesen heißt die Welt zu erfahren. Der Leser wird durch ihn zum Entdecker, zum Forscher. Das ist auch deshalb so beeindruckend, weil der Autor diese Länder, die er so spannend beschreibt, nie selbst bereist hat. Alle seine Geschichten sind in seiner Phantasie entstanden und aus seiner unbändigen Lust, sich mit den Worten auf den Weg zu machen. Und mit ihm machen bis heute seine Leser sich auf den Weg in ihre Phantasie.

Erol Sander, geb. 1968, Schauspieler und Winnetou-Darsteller in Bad Segeberg (2007-12)
Als kleiner Junge habe ich alle Winnetou-Filme gesehen und diverse Karl-May-Bücher gelesen. Auf der Straße haben wir Old Shatterhand und Winnetou nachgespielt. Das sind Vorbilder für jede Generation von Kindern. Er (= Winnetou) kämpft dafür, dass alle Menschen in Frieden zusammenleben und zeigt dabei, wie wichtig Freundschaft im Leben ist. Vor allem aber steht Winnetou zu seinem Wort. Solche Grundprinzipien sind heute wichtiger denn je.

Andrea Sawatzki, geb. 1963, Schauspielerin

Tarzan und Winnetou wollte ich beide später heiraten.

Frank Schätzing, geb. 1957, Schriftsteller
Auf die Frage von Denis Scheck in der Sendung druckfrisch „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ich mit dem Karl May des 21. Jahrhunderts hier spreche. Ist das ein Vorbild für Sie?“: „Nein, ich habe den als Kind geliebt und auch als Jugendlicher noch…“

Dr. Wolfgang Schäuble, geb. 1942, Politiker (CDU), Parteivorsitzender der CDU (1998-2000), Bundesfinanzminister (seit 2009)
Bei mir war es erstmals Karl May, der mich mit Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar durch die Schluchten und Weiten Anatoliens und des Nahen Ostens ziehen lieĂź.

Die einzigen Ausländer, die wir gekannt haben, waren die Indianer aus den Büchern von Karl May.

David Schalko, geb. 1973, österreichischer Regisseur und Autor
Wenn man sagt, man kann Autor und Werk nicht trennen, dann heißt das in Karl Mays Fall etwas ganz Besonderes. Denn alles, was er schrieb, war autobiografisch. Er war Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi. … Er hat uns gelehrt, dass es keinen Unterschied zwischen Realität und Fantasie geben muss. Dass es eine Begabung gibt, ewig Kind zu bleiben. Dafür gebührt ihm auch nach 100 Jahren Dank.

Rafik Schami, geb. 1946, deutsch schreibender syrischer Schriftsteller
Bei Allah, dieser Karl Ben May hat den Orient im Hirn und Herzen mehr verstanden als ein Heer heutiger Journalisten, Orientalisten und ähnlicher Idiotisten.

Walter Scheel 1919 - 2016, Politiker (FDP), Bundesminister (1961-66, 1969-74), Bundespräsident (1974-79)
Jetzt habt ihr schon die Karl-Marx-Stadt. Warum nennt ihr nicht Radebeul Karl-May-Stadt?

Otto Schenk, geb. 1930, österreichischer Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Intendant
Ich kann kein Buch wegschmeiĂźen, obwohl ich ĂĽber viele BĂĽcher schon hinweggealtert bin. Den Gerhart Hauptmann habe ich verschlungen, sogar dem Karl May bin ich auf den Leim gegangen.

Max Schmeling 1905 - 2005, Boxweltmeister (1930-32)
Ich habe Karl May als Junge und auch später noch mit großer Begeisterung gelesen…

Ich bin ein alter Karl-May-Freund. Nach Feierabend sind mir die grünen Bände oft eine ablenkende Unterhaltung.

Dr. Euchar Albrecht Schmid 1884 - 1951, Karl-May-Verleger (1913-51)
Karl May, der erzgebirgische Webersohn, gehört der Literaturgeschichte an und wird möglicherweise der Weltgeschichte angehören. Die Nachwelt wird über ihn und über uns alle richten, die wir am Wohl und Wehe seines Weltruhms beteiligt waren.

Nils Schmid, geb. 1973, Politiker (SPD), Landesvorsitzender in Baden-WĂĽrttemberg (seit 2009), Landesminister fĂĽr Finanzen und Wirtschaft (2011-16)
Er wollte als Kind „sein wie Old Shatterhand“.

Arno Schmidt 1914 - 1979, Schriftsteller
Mitten im Prosatext - zunächst liest man darüber hinweg - erscheinen Jamben; bilden Reihen; ganze Ketten von Blankversen fliegen auf; bis es am Ende Seiten fünffüßiger Jamben werden, sogar vermischt mit den schwierigen sechsfüßigen, oder präziser, Trimetern.
Im Reiche des Silbernen Löwen und Ardistan und Dschinnistan. Hier sieht man May als das, was er ist: der bisher letzte Großmystiker unserer Literatur!
...dies grandiose Durcheinanderklingen der 4 Lesemodelle ist es eben, wodurch diese Spätwerke einen so hohen Grad von Polyfonie gewinnen, wie er nicht allzu zahlreichen Großen Büchern der Weltliteratur sonst noch eignet.
Ganz anders steht es freilich, wenn ich die Reiseromane vom Standpunkt der Jugendliteratur aus ansehe; da haben sie volles MaĂź, geradezu klassisches.

Harald Schmidt, geb 1957, Kabarettist, Entertainer und Moderator

Immer weniger Deutsche lesen Karl May. Kara Ben Nemsi, Hadschi Halef Omar - viele denken doch, das sind Hamburger Studenten mit Pilotenschein!

Helmut Schmidt 1918 - 2015, Politiker (SPD), Bundesminister (1969-74), Bundeskanzler (1974-82), Mitherausgeber von Die Zeit (1983-2015)
Die meisten von uns haben wenigstens das eine oder andere Buch von Karl May gelesen. Als ich jung war, gabs kaum ‘ne Familie, wo es nicht auch ein Karl-May-Buch gegeben hat. 73 Bücher hat der geschrieben, und insgesamt sind 50 Millionen Karl-May-Bände erschienen in 36 Sprachen der Welt. Karl May ist - das muss man auch mal hören - Karl May ist der meistgelesene deutsche Schriftsteller, nicht etwa Goethe oder Schiller.

Dr. Werner Schnappauf, geb. 1953, Politiker (CSU), Bayerischer Staatsminister fĂĽr Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (2003-07)
Auf die Frage von FOCUS: „Als Kind wollten Sie sein wie...?“ antwortete er: „Winnetou.“

Franz Schneider 1925 - 2008, Verleger
Ich habe viel unter der Bettdecke gelesen. Mit elf Jahren Karl May und Robinson Crusoe - obwohl es mein Vater verboten hatte. Ich zog einfach die Bettdecke ĂĽber den Kopf und knipste die Taschenlampe an.

Helge Schneider, geb. 1955, Komiker, Musiker, Schauspieler, Schriftsteller
Ich habÂ’ auch Karl May gelesen. (...) dadurch wendet man Praktiken, die man da gelernt hat, in unserer Neuzeit an. Wie zum Beispiel das ausdauernde Laufen, das nach Karl May vereinfacht wird, wenn man das Gewicht immer nur auf das linke Bein legt und dann, wenn es nicht mehr kann, auf das rechte. So wird immer ein Bein geschont. Ich habÂ’ das dermaĂźen falsch verstanden, ich bin dann zur Schule gerannt, indem ich auf dem rechten Bein gehĂĽpft bin und dann wieder auf dem linken Bein.

Mir hat Karl May geholfen, meine Fantasie zu entwickeln und nicht nur das, mir hat Karl May auch geholfen, den richtigen Gang fĂĽr mich zu benutzen.

Wolfdietrich Schnurre 1920 - 1989, Schriftsteller
Ich glaube absolut nicht, dass Karl May die Jugend verdirbt. Im Gegenteil, ich meine, dass die Jugend getrost alle seine über 60 Bände lesen sollte, denn er schreibt spannend, sehr anschaulich, und nichts was er sich ausgedacht hat, ist aus der Luft gegriffen. Ich habe selber alle 61 Bände von ihm gelesen und fand sie zum großen Teil recht aufregend.

Peter Johannes Schratt, Burgschauspieler
Was Karl May konnte, und was er mit nur wenigen groĂźen KĂĽnstlern gemeinsam hat, das ist, er konnte wirklich Figuren schaffen, zum Leben erwecken.

Atze Schröder, geb 1965, Comedian
‚Doch wo sind die ganzen Kerle hin‘, fragt sich Atze und ruft nach Winnetou, Old Shatterhand, Schimanski und selbstverliebt nach sich selbst. (Gießener Allgemeine Zeitung im Januar 2010 über Schröders aktuelles Programm)

Alfons Schuhbeck, geb. 1949, Star- und Fernsehkoch
Man nennt mich den ‚Karl May der Küche‘.

Dr. Irmgard Schwaetzer, geb. 1942, Politikerin (SPD), Bundesministerin für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (1991-94)
Ich glaube, dass Karl May einen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet hat. Dieses kommt besonders in seinen späteren Werken Ardistan und Der Mir von Dschinnistan zum Ausdruck.

Arnold Schwarzenegger, geb. 1947, österreichisch-US-amerikanischer Schauspieler und US-amerikanischer Politiker (2003-11 Gouverneur von Kalifornien)
But I have to say that Karl May wrote my favorite stories.
He was a German who had never seen a real cowboy or Indian, but somehow he wrote fantastic stories about this wise Apache chief named Winnetou and his cowboy friend Old Shatterhand. The stories taught me a powerful lesson about getting along despite differences, but more importantly, they opened up my world and gave me a window to see America. I still donÂ’t understand how Karl May was able to paint such an incredible picture of something he had never seen, but I do know that the cowboy stories immediately captured my attention and made me interested to learn everything I could about America.

Dr. Albert Schweitzer 1875 - 1965, Theologe, Arzt, Friedensnobelpreis 1952
...was mich am stärksten an seinem Schrifttum gefangen nahm, war das herzhafte Bekenntnis zur Friedfertigkeit und gegenseitiger Verständigung, das fast alle seine Bücher belebt und uns wilde Rüpel nachdrücklicher als vieles Hochgeschraubtes belehrt hat, Großmut und Nachsicht zu üben, kurz gesagt: im Nebenmenschen, selbst wenn er auf Irrwegen geht, den Bruder in Christo zu sehen - und gerade das halte ich für das Unvergängliche an seinem Werk!

Dr. Horst Sendler 1925 - 2006, Bundesverwaltungsgerichtspräsident a. D.
Ein Genie - und Karl May war gewiss ein Genie - ist eben andersartig als „normale“ Menschen...

Horst Seehofer, geb. 1949, Politiker (CSU), Bundesminister für Gesundheit (1992-98), Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2005-08), Bayerischer Ministerpräsident (seit 2008)
Karl May war für mich in meiner Jugend das, was heute für die Kinder und Jugendlichen Harry Potter ist. Ich habe die Bände verschlungen und auch viele Karl-May-Filme gesehen. Winnetou, Old Shatterhand, Durchs wilde Kurdistan, Der Schut und viele andere.
Mein Lieblingsheld war Old Shatterhand. Kaufen konnte ich mir die BĂĽcher nicht, und so bin ich immer in die StadtbĂĽcherei gegangen. Ich habe richtig Herzklopfen gehabt, wenn ich geschaut habe, ob der gewĂĽnschte Band noch da war oder schon ausgeliehen.
Auch später noch habe ich Karl May gelesen. Seine Bücher sind nicht nur gute Unterhaltung, sondern auch ein Stück Bildung, denn man erfährt vieles über die Länder, in denen die Geschichten spielen. Kaum zu glauben, dass Karl May nie selbst da war, so plastisch, wie er die unterschiedlichen Gegenden beschrieben hat.

Johannes Mario Simmel 1924 - 2009, Schriftsteller
Ich bin ein begeisterter Anhänger Karl Mays.

Hella von Sinnen, geb. 1959, TV-Entertainerin
Meine Freundin Dada Stievermann hat mir kürzlich von einem Karl-May-Seminar in Germanistik erzählt. Damals habe ich mit Dirk Bach einen Sketsch in der Wolkenburg aufgeführt, zum Thema Winnetou und Old Shatterhand. Deswegen hatte ich eine Imitationslederhose mit Fransen und eine Weste und habe meine alte Silberbüchse aus dem Speicher meiner Eltern in Gummersbach geholt. In dem Aufzug bin ich in das Seminar rein, bin aufgestanden und habe meine roten Brüder gegrüßt - ich kann mich da nicht dran erinnern, aber Dada schwärmt heute noch davon.

Peter Sodann, geb. 1936, Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant
In meiner Straße gab es einen Jungen, der war etwas älter als ich und hatte in seiner Kommode eine Schublade voller „Karl May“. Dort konnte ich mir immer Bücher ausleihen. Meine Lieblingsfigur hat häufiger gewechselt. Ich fand die komischen, kleinen Figuren immer am interessantesten. Vor allen der spleenige Engländer David Lindsay aus Karl Mays Orientzyklus. … Ich behaupte von mir, dass ich ein guter Mensch bin. Und Karl May hat einen großen Anteil daran.

Theo Sommer, geb 1930, Journalist, Chefredakteur (1973-92) und Herausgeber (1992-2000) der ZEIT
Natürlich habe ich, wie wohl jeder junge Deutsche, auch viel aus den Büchern von Karl May geschöpft... In Deutschland ... gab es zu meiner Zeit kaum einen Jugendlichen, der nicht mindestens einen der 65 Karl-May-Bände gelesen hat.

Heinrich Spoerl 1887 - 1955, Schriftsteller („Die Feuerzangenbowle“)
Ist Karl May Kitsch? Die hohe Auflage spräche dafür, die Dauer des Erfolgs dagegen. Was ist an ihm auszusetzen? Dass er lügt, ist das Beste an ihm. Damit rückt er in die Reihe der Märchenerzähler.

Klaus Staeck, geb. 1938, Grafiker
Zu den guten Erinnerungen an meine Kindheit gehört Karl May. (...) Der Schut und Durch das Land der Skipetaren hatten es mir besonders angetan.

Michael Stavarič, geb. 1972, österreichisch-tschechischer Schriftsteller
In den Texten von Joseph Conrad, Jules Verne, Jack London und sogar Karl May sind Elemente, die mich interessieren, und die ich irgendwie in meinen BĂĽchern adaptiert habe.

Frank-Walter Steinmeier, geb. 1956, Politiker (SPD), BundesauĂźenminister (2005-09 und seit 2013)
„Der blonde Junge will sein wie Kara Ben Nemsi.“ STERN Nr. 8/2009

Bernd Stelter, geb. 1961, Comedian, Radio- und TV-Moderator
Karl May war die Geschichte, die man mit der Taschenlampe unter der Bettdecke las. Ich finde es unglaublich schade, dass die Kids es heute nicht mehr lesen. Die laden sich da irgendwas aus dem Internet runter. Ich glaube, es fehlt einem was, wenn man nicht richtige, echte BĂĽcher liest.

Katharina Stemberger, geb. 1968, österreichische Schauspielerin

Meine erste Lesephase als Kind bestand aus 37 Karl-May-Büchern. Das erste war „Durchs wilde Kurdistan“. Mich faszinierten die Abenteuer, der Kampf Gut gegen Böse und natürlich die Exotik der fremden Kulturen. Es waren aufregende Reisen im Kopf …

Dr. Heinz Stolte 1914 - 1992, Professor fĂĽr Germanistik, Essayist
Hakawati, - ein Märchenerzähler - hat er sich selbst genannt ... Die Popularität des märchenhaft-phantastischen Schriftstellers Karl May ist eine unmittelbare Folge der Ernüchterung und Rationalisierung unserer Zivilisationswelt.
Es gibt neben dem so sehr bekannten und volksläufig gewordenen Karl May einen anderen, unbekannten, kaum gelesenen. Sein Alterswerk, mit dem er seit der Jahrhundertwende aus der bunten Vordergrundwelt seiner Abenteuer in den magischen Raum einer sehr eigenwüchsigen Mythologie, eine hintergründige Welt symbolischer Bilder vorstieß. Das große Buch Ardistan und Dschinnistan zum Beispiel, dieses Alterswerk aus monumentaler Architektur, verfremdeter Seelenlandschaft, mystischer Metaphysik und pazifistischer Weltliebe, - es stand lange Jahrzehnte als ein völlig rätselhaftes Unikum im Raume, mit dem man wenig anzufangen wusste und dem der Leser nach Möglichkeit aus dem Wege ging. Erst die modernste Wendung unserer Literatur im Surrealismus unserer Tage, erst die Begegnung mit den Symbolformen der Kafka, Sartre, Kasack, Musil und Broch, hat auf die einsamen Spätwerke des Radebeuler Phantasten ein ganz neues Licht geworfen. Es mehren sich Stimmen, die darauf hinweisen, dass Karl Mays symbolische Reiseromane, diese grandiosen kosmogonischen Epen, vermutlich die ersten Vorläufer dieser Wendung zum Surrealismus und damit hochwichtige Werke der legitimen Literaturgeschichte gewesen sind.

Oliver Storz 1929 - 2011, Schriftsteller, Fernsehspielautor
Dass es Heldentum gab, abseits vom Militarismus, von uniformierten Massen und Kadavergehorsam - diese Entdeckung verdankte der „Pimpf“, der ich war, der ersten Lektüre von Winnetou I.

Johano Strasser, geb. 1939, Schriftsteller, Präsident des deutschen PEN-Clubs (2002-13)
Später kam dann Karl May dazu. Ich glaube, ich habe alle grünen Bände gelesen.

Daniela Strigl, geb. 1964, österreichische Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin

Die Begeisterung, die man im Pubertätsalter für Karl May aufgebracht hat, ist für den Erwachsenen nicht reproduzierbar. Wobei ich unlängst Karl May wiedergelesen und gedacht habe: So schlecht ist das ja gar nicht. .... Das intensivste und rauschhafteste Leseerlebnis ist Karl May gewesen. Das war früher ja für viele die Einstiegsdroge. Man ist dann nicht dort, wo man ist, sondern dort, wo die Geschichte spielt. Das ist das literarische Urerlebnis. Je weniger naiv man mit der Zeit wird, desto seltener hat man dieses Erlebnis.

Franz Josef Strauß 1915 - 1988, Politiker (CSU), Bundesminister (1953-62 und 1966-69), Bayerischer Ministerpräsident (1978-88)
Ich denke noch mit Vergnügen an die Lektüre der Märchen, nicht nur der Gebrüder Grimm, sondern auch Hauffs, Bechsteins, Andersens. Auch Karl May durfte nicht fehlen. Ich habe wohl alle Bände der gesammelten Ausgabe gelesen.

Arno Strobel, geb. 1962, Schriftsteller
Es gibt einen Helden in meinem Leben - Winnetou. Er ist ehrlich, zuverlässig und ein guter Mensch, aber kein Gut-Mensch, der mit erhobenem Zeigefinger moralisiert. Zu meiner Kommunion ist Winnetou mir das erste Mal begegnet. Und das gleich zwei Mal. Band eins und zwei lagen auf dem Gabentisch. Es sind heute noch meine Lieblingsbücher. Mit Karl Mays berühmter Wild-West-Figur war die Tür in die Welt der Bücher geöffnet.

Dr. Dieter Sudhoff 1955 - 2007, Literaturwissenschaftler
Wo das Flugmotiv im Spätwerk Karl Mays zwischen Kafka und d’Annunzio, zwischen Warnung vor Entmenschlichung und Apotheose des Übermenschen einzuordnen ist, wird zu untersuchen sein. Feststeht, dass er einer der ersten deutschen Schriftsteller war, die überhaupt das Thema moderner Aviatik literarisch verarbeiteten, und auch er, wie Kafka und d’Annunzio, auf unmittelbares Erleben zurückgreifen konnte. (...)
Winnetou IV ist, wie betont, eine der frĂĽhesten literarischen Antworten auf die moderne Aviatik ĂĽberhaupt. Kulturhistorisch ordnet der Roman sich damit bei allen Unterschieden in der Formgebung neben Franz Kafkas Bericht Die Aeroplane in Brescia (1909) und Gabriele dÂ’Annunzios Roman Vielleicht, vielleicht auch nicht (1910) ein, wie auch neben die ersten futuristischen Manifeste Filippo Tommaso Marinettis (1909). (...)
In seinem Humanismus steht May ... Kafka weit näher als d’Annunzio und Marinetti.

Martin Suter, geb. 1948, Schriftsteller
Die wahren Leseerlebnisse, an die ich mich erinnere, haben mit Karl May zu tun. Ich las einen großen Teil seines Gesamtwerks nämlich heimlich.

 

Ich verschlang einen Karl May nach dem anderen, das gesamte Werk, auch die autobiografisch grundierten Sachen, «Ich» und «Weihnacht» (…). Von Karl May sagte mein Vater, er selbst habe seine Bücher als Kind nur heimlich lesen dürfen. Gibt es einen größeren Anreiz?

Bertha von Suttner 1843 - 1914, österreichische Pazifistin, Schriftstellerin und Publizistin, Friedensnobelpreis 1905
Ein Autor, der eine ganze Jugendgeneration durch seine spannenden, fantasiereichen Erzählungen zu fesseln verstand, nimmt jedenfalls einen achtungsgebietenden Rang ein.
Wenn ich nur eines dieser Werke hätte gestalten können, dann hätte ich mehr erreicht.
Wer den schönen alten Mann an jenem 22. März (am 30. März, seinem Hochzeitstag, traf ihn ein Herzschlag) sprechen gehört, durch ganze zwei Stunden, weihevoll, begeisterungsvoll, in die höchsten Regionen des Gedankens strebend - der musste das Gefühl gehabt haben: In dieser Seele lodert das Feuer der Güte.

Quentin Tarantino, geb. 1963, Regisseur, Schauspieler, Filmproduzent
Aus einem Interview von stern.de zu Tarantinos Film Inglourious Basterds:
Frage: „Sie scheinen sich gut auszukennen mit deutschen Vorlieben. Im Skript wird sogar Winnetou erwähnt“: Ich bin sehr stolz auf mein grenzüberschreitendes popkulturelles Wissen. Winnetou, Old Shatterhand, Old Firehand: Für mich sind das die Vorläufer der Spaghettiwestern.

Johannes Teyssen, geb. 1959,Vorstandvorsitzender des Energiekonzerns E.ON
Auf die Frage von FOCUS: „Als Kind wollten Sie sein wie...?“ antwortete er: „Kara Ben Nemsi (Karl May, erste sechs Orient-Bände).“

Thomas Thieme, geb. 1948, Schauspieler

(interviewt von Theaterkritiker Frank Quilitzsch fĂĽr die ThĂĽringische Landeszeitung)

Hochstapelei, Diebstahl, Amtsanmaßung, Unsittlichkeit, und was diesem Manne (= May) noch so alles vorgeworfen wurde - das passt ja wunderbar in Ihr Rollenregister! Waren Sie wieder der Bösewicht vom Dienst?

Volltreffer! Aber die Herausforderung lag eher in der Differenzierung der Figur. Der May ist alles das, was Sie aufgezählt haben, auch gewesen, vor allem in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Aber außerdem und eigentlich in noch höherem Maße war er ein sehr empfindsamer Mensch mit einer Neigung zur Schizophrenie. Er nannte sich selbst eine gespaltene Persönlichkeit. Seine psychischen Probleme haben letztlich auch dazu geführt, dass er kriminell geworden ist. Ich vermute mal: Nach heutigem Stand der Wissenschaft wäre er psychotherapiert worden.

Dann hätte er wahrscheinlich nicht 40 Bücher verfasst, fast alles Bestseller, die in einer Auflage von über 200 Millionen Exemplaren kursieren. Der Mann war ein Phänomen!

Genau das galt es herauszuarbeiten. May war bis zu seinem fünften Lebensjahr blind, ist in deprimierendsten Verhältnissen groß geworden und hat dieses Werk seiner labilen Psyche und seiner auch nicht so stabilen Physis abgerungen.

Georg Thomalla 1915 - 1999, Schauspieler, Hadschi Halef Omar-Darsteller
Vielleicht klingt es anmaßend, wenn ich behaupte, dass ich niemals, auch nicht als Kind, „Schund“ gelesen habe. Aber es ist die reine Wahrheit. Mit Karl May begann's (oder will den jemand als Schund bezeichnen, dann möge er sich bei mir melden ...)

Stanislaw Tillich, geb. 1959, Politiker (CDU), sächsischer Ministerpräsident (seit 2008)
Auf die Frage von FOCUS: „Als Kind wollten Sie sein wie...?“ antwortete er: Old Shatterhand.
Mich begleitet bis heute das Ethos von Karl Mays Helden. Ihre Humanität, ihre Achtung vor den Indianern, ihr untrüglicher Sinn für Gerechtigkeit, die Selbstlosigkeit, mit der sie anderen helfen, auch wenn sie selbst dabei in Gefahr geraten. Man muss wahrscheinlich erst erwachsen werden um zu merken, dass Karl May nur vordergründig ein Bestsellerautor war. In Wirklichkeit ging es ihm immer um Werte, Moral und das menschliche Maß. Diese Lektion in Sachen Ethik ist aber schriftstellerisch so spannend verpackt, dass sie seit über 100 Jahren Generationen von Teenagern in ihren Bann zieht.

Peter Turrini, geb. 1944, österreichischer Schriftsteller
Karl May habe ich nie gelesen, kein einziges Buch. Ich bin aber entschlossen, es nachzuholen, und so werde ich der Einzige sein, der mit 80 Karl May liest.

Mario Vargas Llosa, geb. 1936, spanisch-peruanischen Schriftsteller, Literaturnobelpreis 2010
Ich habe mit Abenteuerromanen begonnen, Alexandre Dumas, Jules Verne, aber auch Karl May, der damals in Südamerika zu den vielgelesenen Autoren gehörte. Sie haben bei mir starke Emotionen ausgelöst.

Nicht Karl Marx, sondern Karl May habe ich als junger Mann verschlungen.

Berthold Viertel 1885 - 1953, österreichischer Regisseur und Schriftsteller
Die Bücher Karl Mays (...) predigen Menschenfreundlichkeit, sie verkünden eine praktische Güte, die sich bei aller religiösen Schönrederei wirklich an die freundlichen Instinkte wendet. Und sie sind relativ ganz ausgezeichnet geschrieben. Wenn es May an erfinderischer Kraft, an Erzählertalent gefehlt hätte, seine Bücher würden nicht in Millionen Exemplaren verschlungen, gelesen und wieder gelesen werden. (...) Auf seine Leser wirkt May zweifellos als Dichter, der er irgendwie auch ist. Ein Nichtdichter konnte nie die Freundschaft zwischen Winnetou und Old Shatterhand schildern, nie die Person des Winnetou erfinden, nie das Vorwort zum Winnetou, dieses wirklich schöne Klagelied vom Untergang der indianischen Rasse schreiben.

Dr. Hans-Jochen Vogel, geb. 1926, Politiker (SPD), OberbĂĽrgermeister von MĂĽnchen (1960-72) und von Berlin (1981), Bundesminister (1972-81)

Ich erinnere mich gern an „Durch das wilde Kurdistan“ und andere Bücher von Karl May, die meine Fantasie beflügelt haben.

Karl Heinrich Waggerl 1897 - 1973, Schriftsteller
FĂĽr eine gewisse Lebens- und Altersstufe ist Karl May ungleich wichtiger als Goethe. Woraus soll die Jugend einen Begriff von Ehre gewinnen, wenn nicht aus Karl May? Die beste Charaktererziehung, die es ĂĽberhaupt geben kann, ist Winnetou ...

Franz Josef Wagner, geb. 1943, Journalist

Mir geschah das ... als Elfjährigem, als Winnetou starb. Die Seite im Karl-May-Buch, wo der böse Santer Winnetou erschoss, überklebte ich nach einer durchwachten Nacht mit Mehlpappe. Ich schrieb auf der leeren Seite, dass Winnetou gerettet wird, dank einer Wundercreme von Old Shatterhands deutscher Großmutter.

Dr. Theo Waigel, geb. 1939, Politiker (CSU), Bundesfinanzminister (1989-98)
Karl May ist auch bei uns zu Hause. Seine Gesammelten Werke Â… stehen alle bei uns im BĂĽcherschrank. Meine Kinder Christian und Birgit haben sie regelrecht verschlungen. Karl Mays spannende Abenteuer jenseits der groĂźen Meere raubten ihnen den Schlaf.

Martin Walser, geb. 1927, Schriftsteller
Goethe und Karl May ähneln einander in ihrem lebenslänglichen Bedürfnis mehr, als literaturkritische Einteilungen vermuten lassen. So wie in jedem Iphigenie-Vers und in jedem Meister-Satz das Optimum dirigiert und die schließliche Lösung schon durch alles Dazwischenkommende durchschimmert, so wissen wir, je furchtbarer Karl May seinen Stellvertreter beutelt, desto schöner und edler wird die Rettung sein ... Der späte Karl May geht so stofflich ins Religiöse über wie der Goethe der ‚Wanderjahre’.
... ich bin ein Karl-May-Bewunderer: immer schon gewesen und geblieben. Ich glaube, dass er für jedes Lebensalter geschrieben hat. Als ich ihn las, las ich das Abenteuerliche; heute glaube ich, es war das Tröstliche im Abenteuerlichen, das ihn so lesbar macht.

 

Ich habe „Winnetou“ I und II noch einmal gelesen. Da hab’ ich gemerkt, was Karl May für ein großer Schriftsteller war.

 

So versuche ich zu buchstabieren, was drei Wochen lang zu einem Erlebnis wurde, weil der Zehnjährige und der Dreiundachtzigjährige sich in einem Gefühl trafen, das sie einem einzigen Buch verdankten. Das war ein Glück, ein unbestellbares Glück. Und erst jetzt, nach 10 und 73 Jahren spüre ich, dass dieser Erzähler etwas kann, was zur Vollkommenheit tendiert: In jedem Satz ist das Ganze enthalten. Und diesen Reichtum gibt es, auch wenn der Leser nur einen Teil, seinen Teil davon wahrnimmt! Das ist der unzerstörbare Reichtum der Literatur.

Und das habe ich auch erst jetzt begriffen: dass Winnetou seinem Blutsbruder Sätze sagt, die klingen wie Nathan der Weise plus Iphigenie! Verteufelt human, hätte Schiller gesagt.

 

Ich habe damals Karl May verschlungenÂ… Wenn du das GlĂĽck hast, einen solchen Schriftsteller in deiner Kindheit kennenzulernen, dann bleibst du Leser. Vor einigen Jahren habe ich fĂĽr die SĂĽddeutsche Zeitung ĂĽber eine erneute Winnetou-LektĂĽre geschrieben - und wie toll es war. Was fĂĽr ein politisches Buch der Winnetou ist. Ein Buch fĂĽr die Ewigkeit. Wer solche BĂĽcher in seiner Kindheit hat, wird immer lesen.

Dieter Wedel, geb. 1942, Regisseur und Drehbuchautor
Ich habe alle Karl-May-BĂĽcher zu Hause und habe sie als Junge mit groĂźem VergnĂĽgen gelesen.

Hans Well, geb. 1953, bayerischer Musiker und Songtexter, Mitglied der „Biermösl Blosn“ (1976-2012)

Auf die Frage der Münchner „tz“ nach seiner liebsten Kindheits- und Jugendlektüre, anlässlich des Literaturfestivals München 2014:

„Ich hab schon immer wahnsinnig viel gelesen. Auf dem Weihnachtszettel stand regelmäßig Karl May. Der war für mich wichtiger als Adorno.“

Wim Wenders, geb. 1945, Regisseur, Fotograf und Professor fĂĽr Film an der Hochschule fĂĽr bildende KĂĽnste Hamburg
…als ich ein kleiner Junge war und alle Karl-May-Romane gelesen habe. Aber kaum bin ich das erste Mal auf einem Pferd gesessen, war es vorbei damit. Ich fahre lieber Auto. „Schatz im Silbersee“. „Durchs wilde Kurdistan“ fand ich auch ziemlich gut, Hadschi Halef Omar war auch eine super Figur. Ich fand die beachtlich, vielleicht sogar noch beeindruckender.

Franz Werfel 1890 - 1945, Schriftsteller
Die Lieblingsbücher meiner Knabenjahre, bis zum zwölften: Karl May, und zwar die arabischen und nicht die Indianerromane, Von letzteren nur Der Schatz im Silbersee.

Stef Wertheimer, geb. 1926, Israelischer Unternehmer
Ansonsten freute ich mich als Karl-May-Leser auf die Reise nach Israel. Es war wie ein Abenteuer fĂĽr mich.

Urs Widmer 1938 - 2014, Schweizer Schriftsteller
Karl May ist noch heute ein Mythos für uns alle. (...) Old Shatterhand ist unsterblich: vermutlich meinen die Dichter, und nicht nur Karl May, die Metapher vom unsterblichen Autor sehr wörtlich: sie wollen nicht sterben. Sterben können allenfalls Indianer, Büffel, Grizzlybären, Freunde, nicht aber Karl May.

Dr. Roger Willemsen 1955 - 2016, Publizist und Fernsehmoderator
Im Grunde ist Karl May ein Dandy, der kĂĽnstlerisch leben will, also ein wenig amoralisch ist und keine scharfe Grenze zwischen dem Schwindeln in der Kunst und auĂźerhalb von ihr zieht. Mich freut sein Schillern mehr als der stumpfe Glanz der Rechtschaffenheit bei manch anderem Autor.

Josef Winkler, geb. 1953, österr. Schriftsteller, Büchner-Preisträger
Was ich mit 15, 16 zu lesen begonnen habe - abgesehen von den dreißig Karl-May-Büchern seit dem neunten Lebensjahr -, war moderne Literatur, speziell die französischen Existenzialisten. (...) Schon in jungen Jahren war eine große Sehnsucht da - mit Karl May und den Indianergeschichten und, besonders bildhaft, mit vielen Geschichten aus dem Orient.

Zuletzt hab ich mich wieder mit Karl May beschäftigt, weil ich den Stoff für einige Texte gebraucht habe. Ich wäre froh, wenn die Jugend wieder so etwas lesen würde, verglichen damit, was sie sonst liest oder gar nicht liest und nur in diese elektrischen Kübel reinschaut. Karl May ist nicht so schlecht.

Elmar Wohlrath, geb. 1952 und Ingrid Klocke geb. 1949, Autorenpaar unter dem Pseudonym Iny Lorentz (u. a. Die Wanderhure)
Johannes Mario Simmel, Karl May und Agatha Christie - das sind unsere Vorbilder. Da befinden wir uns in guter Gesellschaft.

Johanna Wokalek, geb. 1975, Schauspielerin
Auf die Frage von FOCUS: „Als Kind wollten Sie sein wie...?“ antwortete sie: „Winnetou“

Dr. (hc) Hans Wollschläger 1935 - 2007, Schriftsteller (u.a. Herzgewächse), Übersetzer (u.a. Ulysses)
Das Erstaunliche am ‚Phänomen‘ Karl May (bleibt) ja immer auch die Breite seiner Entwicklung, für die es in der ganzen Literaturgeschichte kein zweites Beispiel gibt...
Es gibt in der Literatur wenig Beispiele, in denen mit solcher Mächtigkeit Hoffnung ‚die Welt überwindet‘. Wir haben von der Unvergleichlichkeit und Einzigartigkeit gesprochen, in der uns das Spätwerk May dazustehen scheint.
Mays späte Texte sind nicht nur Beispiele elementarer Kreativität; sie vermitteln durch ihre Faktur Erkenntnis von deren Wahrheit selbst.
Karl May ist 150 Jahre alt geworden und noch immer bei voller Frische: das kommt wahrhaftig selten zusammen vor, und auch in der Literaturgeschichte ist’s eine Rarität. Es hat bei ihm immer alles viel Zeit gebraucht: sein atemloser Lebenslauf, ein ziemlich gnadenloses Hindernisrennen, wie sein gradus ad Parnassum der endlichen Anerkennung, bei dem es auch über Stock und Stein ging und durch viele Schluchten mit schlechter Aussicht ... Er hat gewaltiges Unglück gehabt in seinen hundertfünfzig Jahren Leben; er hat eine gewaltige Freude in die Welt gebracht ... Doch, er ist ein Großer Sohn der Deutschen, dieser Kara Ben Nemsi, diese wunderliche Erscheinung: ad multos annos; Ehre seinem Andenken.

Klaus Wowereit, geb. 1953, Politiker (SPD) Regierender BĂĽrgermeister von Berlin (2001-14)
Ich selbst war nie ein großer Bücherwurm. Immerhin besuchte ich regelmäßig die kleine Leihbibliothek, wo ich mir dann und wann einen Krimi oder einen Karl-May-Band besorgte.

Dr. Michael Zaremba, geb. 1955, Schriftsteller
Die Zuneigung des Lesers wird durch den Humor, von dem Mays Werk weitgehend durchtränkt ist, gewonnen. Dem reiferen Leser kann das humoristische Element sogar eine neue Lesequalität, einen neuen Zugang zu den Texten bescheren. Nachdem die Authentizität des Erzählten, an die man als Jugendlicher glaubte, geschwunden ist, gerät eine Sichtweise in den Vordergrund, die in Karl May einen der wenigen erfolgreichen Humoristen deutscher Sprache im 19. Jahrhundert erkennt.
„Zaremba widmet sich ... den Nebenfiguren der May-Romane und apostrophiert May als ‚einen der wenigen erfolgreichen Humoristen deutscher Sprache im 19. Jahrhundert‘.“

Julia Zeh, geb. 1974, Schriftstellerin
Ich glaube, mit 14 hatte ich eine Phase, in der ich die merkwĂĽrdigsten Dinge durcheinander las. Die Buddenbrooks und Karl May, Balzac und Sherlock Holmes.

Dr. Herbert Zeman, geb. 1940, österreichischer Literatur- und Sprachwissenschaftler, Präsident der Österreichischen Goethe-Gesellschaft
Als mir ein Schulkollege den ersten Karl-May-Band gab - 400 Seiten ohne Bilder -, da war ich schockiert und dachte: Das schaffe ich nie. Hadschi Halef Omar hat mich hinein gezogen, und ich kam nicht mehr heraus. May hat die kindlichen Sehnsüchte transportiert, und dass er auf Tugenden wie Fairness setzte, weist ihn als großen Pädagogen aus.

Heinrich Zerkaulen 1892 - 1954, Schriftsteller
So allein lässt sich die Magie erklären, die vom Gestalter Karl May bis zum heutigen Tage ausgeht: Dieser Mann kam aus dem Volk und nicht aus der Literatur. Sein Studium war das Leben, seine Hochschule der Kampf. Er war ein Priester jenseits der Theologie, ein Feldherr ohne Armee, ein Gläubiger ohne Dogma, ein Liebender ohne Berufung.

Petra Zieger, geb. 1959, Rocksängerin
Seine Romane sind einfach Evergreens, die schon Generationen von Lesern begeistert haben. Und die Filme sowieso. Da tauchen ganz automatisch Bilder und Melodien im Kopf auf. Wenn Winnetou stirbt, bin ich immer wieder aufs Neue traurig.

Adam Zielinski 1929 - 2010, polnisch-österreichischer Schriftsteller
Ich war zehn, und weil mein Kopf voller Karl May und Alexandre Dumas war, wusste ich frĂĽh, dass man feierlichen Beteuerungen keinen Glauben schenken darf.

Helmut Zöpfl, geb. 1937, Pädagogikprofessor, Schriftsteller, Mundartdichter

Für mich bedeutet Karl May nach wie vor eine harmonische Fortsetzung derjenigen Märchen und Geschichten, in denen der junge Mensch - zugegebener Weise in einer gewissen Schwarz-Weißmalerei - unterscheiden lernt zwischen Gut und Böse, wo er auch noch eine positive Weltsicht mitbekommt und die Hoffnung, dass sich das Gute doch lohnt und das Böse bestraft wird. Auch wenn es im späteren Leben nicht immer ganz genauso läuft, ist mir doch lieber, die jungen Leute treten mit einer solchen Einstellung dem Leben gegenüber als mit einer, die die sogenannte Emanzipationspädagogik erzeugen wollte, indem sie den jungen Menschen zunächst einmal alles madig machte.

Carl Zuckmayer 1896 - 1977, Schriftsteller
Dass er die abenteuerlichen Breiten und Gestalten so darstellen konnte, als habe er sie wirklich auf Schritt und Tritt gekannt, - er, der armselige Webersohn aus dem sächsischen Erzgebirge, der sich seine Kenntnisse in Gefängnisbibliotheken erwarb, das ist eine einzigartige Leistung, der ohne Zweifel ein geniehafter Zug anhaftet.
Die Deutschen, die immer nur geniale Novellisten hatten wie Goethe, Büchner und Kleist, haben in Karl May den einzigen grandiosen Erzähler von Männerschicksalen ... und es fehlte nur wenig, so hätten sie in ihm den wirklichen großen Epiker gehabt ... von seinem Werk, das uns alle überleben und noch zu den Kindern unserer Kinder reden wird!

Arnold Zweig, 1887 - 1968, Schriftsteller
Dass ich ein genauer Kenner des Gesamtwerks von Karl May, Felix Dahn, Georg Ebers und Gustav Freytag war..., bereitete schon auf die Lektüre einer späteren, reiferen Lebensstufe vor.

Gerhard Zwerenz 1925 - 2015, Schriftsteller
Als gebĂĽrtiger Sachse und Karl-May-Leser sah ich in Old Shatterhand und Winnetou Pseudonyme ihres Erfinders. Winnetou stand fĂĽr die verfolgten Roten, Shatterhand war mein heldischer Kindheitsschwarm zu Pferde. May war unser aller Meister zwischen PleiĂźe und Elbe.

 

 

Stand August 2016